Falsche Organisationsformen?

In der Friedensbewegung wurde und wird immer viel diskutiert. Eine so vielfältige Bewegung kann gar nicht anders diskutieren. Als vor dem Irak-Krieg die Friedensfrage plötzlich "hoffähig" war und alle Medien darüber berichteten, glaubten viele, das sei der Durchbruch zu einer echten Friedenspolitik. Mit dem Sieg der USA und dem (erwarteten) Einknicken der Bundesregierung ist die Friedensbewegung für die Medien nicht mehr interessant. Es ist wieder so wie früher.

Das hat innerhalb der Friedensbewegung heftige Debatten ausgelöst. Viele Diskutanten waren der Meinung, die geringe Rolle der Friedensbewegung in den Medien liege an ihrer "unprofessionellen Organisationsstruktur" und könne verbessert werden, wenn die Friedensbewegung eine klare Leitung bekäme und "mit einer Stimme" spräche. Die Diskussion ist im vollen Gange.

Der Friedenskreis Castrop-Rauxel wird es auch weiterhin ohne "Geschäftsführendes Direktorium" oder "Management" und ohne unternehmens- oder parteiartige Strukturen schaffen. Dennoch hat diese Diskussion natürlich auch viele richtige Aspekte hervorgehoben: Stärkere Vernetzung der einzelnen Gruppen, mehr Austausch und Diskussion. (Der Friedenskreis will mit dieser Website auch dazu beitragen.)

Wer sich ein Bild über den Stand der Debatte machen will, sollte den Beitrag von Peter Strutynski (Friedenspolitischer Ratschlag Kassel) lesen.
24.04.2003