Friedenspreis für "Friedenskanzler"?

Kanzler Schröder und Außenminister Fischer sollen den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen. Jedenfalls wenn es nach dem Willen des Vebandes deutscher Schriftsteller geht. Ach du grüne neune... Wofür? Weil Bundeswehrsoldaten amerikanische Kriegseinrichtungen bewachten und der US-Army den Rücken frei hielten? Weil tausende von Bomberladungen von Deutschland aus oder über Deutschland hinweg zum Einsatz flogen? Weil diese Regierung mit ihren neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien das amerikanische Konzept des Präventivkrieges abkupfert und die Unsicherheit in der Welt durch eine europäische Eingreiftruppe vermehren will?

Es gab einmal eine Zeit, da kümmerten sich Schriftsteller um das Verständnis zwischen den Kulturen. Da war Friedenspolitik mehr als ein schlichtes Nein an die amerikanische Regierung. Es gab aber eben auch einmal eine Zeit, da bewegte die Literatur in Deutschland nicht nur Verleger und Rezensenten, sondern eine breitere Öffentlichkeit. Hängen Verirrungen wie dieser Schriftsteller-Vorschlag und die merkwürdig konflikt- und diskussionsfreie Literaturszenerie vielleicht doch irgendwie zusammen? Arme Schriftsteller, arme Literatur.
05.05.2003