Panzerbrigaden im Kampfeinsatz sind das falsche Signal

"Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!"

7.6.2008: Während Vertreter der Friedensbewegung überregional auf dem Afghanistan-Kongress berieten, wie der deutschen Beteiligung am Krieg in Afghanistan am besten begegnet werden kann, machte der Friedenskreis Castrop-Rauxel vor der Lambertuskirche wieder mit einem Flugblatt auf die neuerliche Eskalation der deutschen Beteiligung an den Kampfhandlungen aufmerksam.

Die wichtigsten Friedens- und globalisierungskritischen Organisationen, die für eine Beendigung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan eintreten, hatten zu diesem gemeinsamen Kongress aufgerufen, um über die Hintergründe des Konfliktes und die Aussichten für die Friedensbewegung zu beraten.

Gleichzeitig nahm der Friedenskreis Castrop-Rauxel die offizielle Verabschiedung der Panzerbrigade 212 in den Kampfeinsatz bei der schnellen Eingreiftruppe zum Anlaß, auf die zunehmende Verstrickung der Bundeswehr in diesem Krieg hinzuweisen. 10 bis 15 Jahre lang sollen die Interessen Deutschlands am Hindukusch auf diese Weise verteidigt werden, wie "Verteidigungs"minister Jung während der Verabschiedungszeremonie betonte. Deshalb soll die Bundesregierung bei der Verlängerung des Mandates im Herbst auch gleich eine deutliche Truppenaufstockung genehmigen.
Die Entwicklung seit 2001 hat bewiesen, dass auf diese Weise ein demokratischer Wiederaufbau nicht gelingen kann. In dem Aufruf zum Afghanistan-Kongress heisst es: "Was Afghanistan braucht, ist Frieden als Voraussetzung für eine souveräne Demokratie. Der zivile Wiederaufbau und eine soziale Entwicklung können überhaupt erst gelingen, wenn der Krieg beendet und die fremden Truppen abgezogen sind. und die somit freiwerdenden Mittel für humanitäre Arbeit zur Verbesserung der Lebensbedingungen genutzt werden. Karitative und humanitäre Hilfsorganisationen bestätigen immer wieder, dass Hilfe am besten dort geleistet werden kann, wo kein Militär vorhanden ist. Es ist ein Skandal, dass für den Krieg ein Vielfaches an Geld ausgegeben wird wie für den zivilen Wiederaufbau!

Die Beendigung des Bundeswehreinsatzes ist noch keine Garantie, eröffnet aber eine Chance für eine friedlichere Entwicklung in Afghanistan. Andere Kriegsparteien würden damit unter Druck geraten, ihre Truppen ebenfalls abzuziehen." Wir haben deshalb angefangen, Unterschriften gegen eine Mandatsverlängerung für den Bundeswehreinsatz im Herbst zu sammeln.

>>> hier geht es zum Flugblatt des Friedenskreises
07.06.2008