Schnelle Eingreiftruppe für Afghanistan offiziell verabschiedet

Abzug oder Exit - wie sollen die deutschen Truppen aus Afghanistan abziehen?

3.6.2008: In diesem Monat werden erstmals seit dem II.Weltkrieg wieder offiziell deutsche Soldaten in umfassende Kampfhandlungen am Boden geschickt. Soldaten des 212. Panzergrenadierbataillon aus dem nordrhein-westfälischen Bundeswehr-Standort Augustdorf werden zur Bildung der "Schnellen Eingreiftruppe" nach Afghanistan in Marsch gesetzt. Mit einer öffentlichen Verabschiedung will "Verteidigungsminister" Jung persönlich bei den Soldaten und in der Öffentlichkeit die Zustimmung für diesen Einsatz verbessern. So werden sie mit militärischem Pomp in Afghanistan ankommen, aber die Frage bleibt offen, wie sie wieder herauskommen.

Nach sechseinhalb Jahren Krieg und Besetzung ist die Lage in Afghanistan heute nicht stabilisiert sondern zunehmend durch Kampfhandlungen geprägt. Die Aktivitäten der ausländischen Truppen bilden dabei einen entscheidenen Stimulus für den zunehmenden militärischen Widerstand. Die Antwort der Friedensbewegung auf diese neuerliche Eskalation der deutschen Beteiligung ist deshalb die Forderung nach einer Beendigung der Bundeswehreinsätze am Hindukusch, die nach jüngsten Aussagen von "Verteidigungsminister" Jung fünf bis zehn Jahre dauern sollen.

Ein internationaler Afghanistan-Kongress in Hannover am 7./.8. Juni 2008 bildet den Auftakt für zahlreiche Aktionen und Demonstrationen im Herbst, wenn der Bundestag über die Verlängerung und möglicherweise auch Ausweitung der Bundeswehreinsätze (ISAF und OEF) berät.

In Hannover wird u.a. danach gefragt werden, wie Bundeswehr und NATO aus Afghanistan abziehen sollen. Kann eine friedliche Entwicklung dadurch begünstigt werden, dass als Vorbedingung für den Abzug eine Exit-Strategie gefordert wird? Christine Buchholz, Mitglied im Geschäftsführenden Parteivorstand der LINKEN und Dr. Peter Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, haben zu dieser Frage einige Überlegungen angestellt:

>>> Abzug oder Exit?
Warum die hoffnungslose Lage in Afghanistan der Friedensbewegung hier zu Lande zu schaffen macht
03.06.2008