Öl-Multis wittern goldene Zeiten:
Da weiß man doch, wofür andere gestorben sind

Man spricht inzwischen in der Finanzwelt vom Gewinnrausch und von Goldenen Zeiten für die Öl-Multis. Ursache: Der Irak-Krieg. Tatsächlich haben die Öl-Konzerne in den letzten Wochen so viel verdient wie wohl niemals zuvor. Und die Zukunftsaussichten sehen glänzend aus - für die Direktoren und Aktionäre. Es hat sich eben gelohnt, ein wenig in die Präsidentschaftswahlen zu investieren.

Wir zitieren aus dem Spiegel vom 2. Mai: "So hat Royal Dutch/Shell am Freitag einen Rekordgewinn präsentieren können. Im ersten Quartal 2003 sei der Netto-Gewinn - bereinigt um laufende Beschaffungskosten und andere Einmalaufwendungen - um 96 Prozent auf 3,914 Milliarden Dollar in die Höhe geschnellt, teilte der weltweit zweitgrößte Ölkonzern mit. Die Shell-Aktien legten im Vormittagshandel in London um 0,87 Prozent auf 375,25 Pence zu, während der Gesamtmarkt nachgab. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnete der niederländisch-britische Konzern in seiner Produktionssparte. Hier kletterte der Überschuss auf 2,79 Milliarden Dollar, nach 1,46 Milliarden im Vorjahreszeitraum."

Ähnliches gilt für ExxonMobil, den größten Energiekonzern der Welt: "Wie das texanische Unternehmen am Donnerstag mitteilte, stieg das Nettoergebnis auf 7,04 Milliarden Dollar, nach 2,09 Milliarden Anfang 2002. Mit diesem Quartalsergebnis ist ExxonMobil wieder zum gewinnstärksten Unternehmen Amerikas aufgestiegen. Der Finanzkonzern CitiGroup fiel mit 4,1 Milliarden Dollar Gewinn auf den zweiten Platz zurück."

Da spielt die Frage, ob diese Euphorie von Dauer ist, eigentlich nur eine untergeordnete Rolle: Was man hat, hat man. Und damit hat man durch die Ölverknappung während des Kriegs schon mal eine Menge Geld beisammen, um sich nach dem Krieg ein großes Stück vom irakischen Kuchen anzueignen. Damit man weiter auf hohem Niveau profitiert - weltweit.
02.05.2003