Friedenskreis Castrop-Rauxel mahnt im Gedenken an Hiroshima

Mit Bürgermeister Beisenherz gegen Atomwaffen

7.8.2007: Am 7.August 2007 erinnerte Bürgermeister Beisenherz, der sich 2005 den "Bürgermeistern für den Frieden" angeschlossen hat, gemeinsam mit dem Friedenskreis Castrop-Rauxel an die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki. Obwohl das Ausmaß der Zerstörung und des Leidens, das daraus erwuchs, die menschliche Vorstellungskraft übersteigt, besteht 62 Jahre später immer noch oder sogar mehr als bisher die Gefahr, dass Atomwaffen eingesetzt werden.
Die Fußgängerzone in Castrop-Rauxel am 7.8.2007. Wer an diesem ruhigen wolkenverhangenen Morgen in die Stadt geht, nimmt den Frieden für selbstverständlich, Kriege spielen sich heute woanders ab, sind für viele eine Randerscheinung. Man ist beschäftigt damit, sein eigenes Leben zu bewältigen.

Trotzdem fällt es auf, als der Friedenskreis sein Transparent "Hiroshima und Nagasaki mahnen" aufspannt und Bilder zum Gedenken an Hiroshima ausstellt. Immer wieder bleiben Passanten stehen und betrachten die Fotografien von Yosuke Yamahata. Für viele Ältere, die noch selber erfahren haben, was "Krieg" bedeutet, ist die Ablehnung von Atomwaffen eine Selbstverständlichkeit, einige unterschreiben unsere Unterschriftenliste gegen Atomwaffen.
Denn der Friedenskreis setzt sich dafür ein, dass im Gedenken an die Opfer die Mahnung vor einer Wiederholung lebendig und umgesetzt wird. Deshalb freuen wir uns ganz besonders über die Beteiligung von Bürgermeister Beisenherz, der mit uns einen Aufruf zur Abschaffung von Atomwaffen bis 2020 verteilt hat. Er hat sich bereits 2005 den "Bürgermeistern für den Frieden" angeschlossen und ist damit einer der 1.550 Bürgermeister aus 120 Ländern, die diese "Vision 2020" verwirklichen wollen, nämlich bis zum Jahr 2020 die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen zu erreichen. Die "Bürgermeister für den Frieden", die sich seit 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima zusammengeschlossen haben, betonen ihre besondere Verantwortung für den Schutz ihrer Städte vor Massenvernichtungwaffen. Bis 2010 wollen sie ein Rahmenabkommen vorlegen, nach dem die vollständige Beseitigung aller Atomwaffen bis 2020 beschlossen werden kann.
"Glauben Sie denn, dass Sie damit Erfolg haben?" war die immer wieder gestellte Frage von vielen, die mit uns einer Meinung sind, aber angesichts der politischen Entwicklung an der Möglichkeit zweifeln, Friedenspolitik durchzusetzen. Wir wissen es nicht, aber wir sind der Meinung, dass die Fragen von Krieg und Frieden und besonders die Frage des Einsatzes von Atomwaffen so wichtig sind, dass es nicht unversucht bleiben darf. Wie erfolgreich wir sind, hängt auch davon ab, dass jeder, der Atomwaffen ablehnt, sich fragt, ob und wie er selber zu ihrer Abschaffung beitragen kann.

Damit kann man hier in Deutschland anfangen, wo im Rahmen der sogenannten "nuklearen Teilhabe" immer noch 20 Atombomben der USA in Büchel in der Pfalz lagern. Im Falle eines von den USA oder der NATO beschlossenen Angriffs würden deutsche Tornado-Piloten sie zum Abwurf bringen. Wir unterstützen deshalb die Kampagne "unsere zukunft - atomwaffenfrei" und fordern von Bundesregierung und Bundestag:
  • die Mitarbeit an der Einsatzplanung von Atomwaffen aufzukündigen,

  • die USA zum Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland aufzufordern,

  • den Verzicht auf Atombewaffnung im Grundgesetz festzuschreiben.


zum Flugblatt

Erinnerungen des Yosuke Yamahata an Nagasaki nach dem 9. August 1945

Angriff aus gesicherter Rückendeckung? Unser Beitrag zum Raketenschild

Beiträge zur atomaren Abrüstung (AG Friedensforschung an der UNI Kassel)

Wir waren nicht alleine: weitere Aktionen gegen Atomwaffen
07.08.2007