Wer sucht, der findet...
Tausend Mann und ein Befehl

Langsam wird es grotesk. 1000 Mann soll der Suchtrupp demnächst umfassen, der den Befehl hat, endlich die lange angekündigten B- und C-Waffen im Irak zu finden. Jetzt (27.4.) erneut die Meldung von "verdächtigen" Chemikalien in 14 nicht gekennzeichneten Fässern. Woher der Verdacht? In der Nähe der Fässer lagen Gasmasken. Wie von den anderen Funden wird man auch davon bald nichts mehr hören. Es ist schon kurios: Die US-Besatzung erweckt den Anschein, als habe man den Irak-Krieg nur deshalb geführt, um die Arbeit der fachkundigen UN-Inspektoren durch unkundiges und befehlsgewohntes Militärpersonal ausführen zu lassen.

Inzwischen baut aber auch die US-Regierung vor. Ihr Sprecher, Ari Fleischer, fand jedenfalls gegenüber der Presse ein plausible Erklärung für die fehlenden B- und C-Waffen: Vermutlich habe die frühere irakische Regierung (also Saddam Hussein) sie zerstört. "Vielleicht werden wir eines Tages herausfinden, was sie dazu getrieben hat, das zu tun." Oha. Vielleicht war es doch die Aufforderung der UNO, genau das zu tun, und die Furcht vor der akribischen Arbeit der Inspektoren?

Was auch immer: Unverdrossen wird weitergesucht. Außenminister Powell fordert dafür noch mehr Einsatz. Und man sieht geradezu die Geheimbesprechungen der Geheimdienste vor sich, mit rauchenden Köpfen überlegend, wie man auf geheimnisvolle Weise dieses Geheimnis der verschwundenen Waffen doch noch zu einem fundreichen Ende führen könnte. Fake frei?
28.04.2003