Keine weitere Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes

Turnhallen statt Tornados
28.1.2007: Der Einsatz der Tornado-Flugzeuge im Süden Afghanistans ist eine weitere Eskalation des deutschen Militäreinsatzes in Afghanistan. Erschien der Beginn des deutschen Engagements öffentlich als friedliche Wiederaufbauhilfe, droht jetzt eine unmittelbare Beteiligung an Kampfhandlungen. Denn diese Tornados sollen die Zielfindung der NATO-Bomber unterstützen, bei deren Einsätzen bereits jetzt viele Zivilisten ihr Leben verloren haben. Der Tornado-Einsatz ist ein weiterer Baustein zur Vermischung der beiden ursprünglich getrennten militärischen Missionen in Afghanistan: der UN-mandatierten ISAF und des von den USA 2001 begonnenen Kriegseinsatzes "Enduring Freedom". Mit der Zeit wird auch der ISAF-Einsatz immer mehr den Charakter von Kampfhandlungen annehmen.
Nach einer Mitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag sind für den Afghanistan-Einsatz in diesem Jahr 460 Mio veranschlagt, womit der Gesamtbetrag für die "Verteidigung" Deutschlands am Hindukusch die Zwei-Milliarden-Grenze überschritten hat. Hinzu kämen die Kosten des Tornadoeinsatzes in unbekannter Höhe. Entgegen den Ankündigungen einer Wiederaufbauhilfe gibt Deutschland damit für einen zerstörerischen Militäreinsatz ein Vielfaches von dem aus, was in dringend notwendige zivile Hilfsprojekte geflossen ist.
Der Friedenskreis hat deshalb am 27.1.2007 in einem Flugblatt darauf hingewiesen, welche zerstörerischen Folgen der Kriegseinsatz "Enduring Freedom" seit 2001 bereits hinterlassen hat. Anstatt die militärischen Aktionen mit Tornado-Aufklärern zu erhöhen, soll sich Deutschland so schnell wie möglich aus dem militärischen Teil des Afghanistan-Engagements zurückziehen und stattdessen mit denselben Geldern humanitäre, wirtschaftliche und soziale Projekte fördern.



26.01.2007