Unfairer Handel braucht Krieg

Faire Woche in Castrop-Rauxel

24.9.2006:"Um 120 Milliarden Dollar reicher in einem Jahr!" Was sich anhört wie eine völlig unrealistische Werbekampagne für Nebenjobs, die sich dann als deutlich weniger lukrativ erweisen, ist nach der aktuellen Forbes-Liste für die 400 reichsten (überwiegend) Männer der USA im letzten Jahr Wirklichkeit geworden. Innerhalb von 12 Monaten haben sie ihren Reichtum um diese Summe auf insgesamt 1,25 Billionen Dollar erhöht.Gleichzeitig wachsen weltweit Armut und Hunger. Liberalisierte Handelsbeziehungen tragen zu dieser ungerechten Verteilung bei. An der bundesweiten "Woche zum Fairen Handel" beteiligte sich deshalb auch der Friedenskreis Castrop-Rauxel mit einem Infostand. Thema waren die möglichen Auswirkungen des unfairen Handels auf Frieden und Sicherheit.

Auf einem Flugblatt und einer Stellwand haben wir schlaglichtartig versucht darzustellen, wie diese ungerechte Verteilung der Reichtümer immer die Gefahr in sich birgt, zu ihrer Aufrechterhaltung auch militärische Mittel einzusetzen. Nicht zufällig wurde im letzten Jahr noch einmal die Summe von 120 Milliarden Dollar für die Beschaffung neuer Rüstungssysteme in den USA ausgegeben. Um kommende Kriege zu verhindern, müssen die Beziehungen zwischen den Staaten, insbesondere die Wirtschaftsbeziehungen nicht liberalisiert, sondern gerechter gestaltet werden. Freier Fluss der Waren statt Schutzzöllen und Einfuhrverboten klingt zwar nach gleichen Chancen für alle, bewirken aber in der Realität oft genau das Gegenteil, weil sie den wirtschaftlich stärkeren Partner bevorzugen. Um weitere Informationen darüber zu geben, wie Liberalisierung der Handelsbeziehungen zu ungerechter Verteilung führt, haben wir Informationen der Kampagne "Gerechtigkeit jetzt!" angeboten. Einen tieferen Einstieg in die Ursachen künftiger Kriege wollen wir auf einem Informationsabend mit Andreas Zumach am 19.10. 2006 im Bürgerhaus geben. (siehe Termine).
Ungerechter Handel schaftt Armut

z.B.: subventionierte EU-Hühner sind in Afrika billiger als Hühner aus eigener Produktion
z.B.: Reisbauern verlieren ihre Existenz, weil subventionierter US-Reis billiger ist

Afrika hat in 20 Jahren 3000 Mrd. Euro verloren durch Handelserleichterungen, die reiche Länder begünstigen

Armut schafft Flüchtlinge

EU bildet "Frontex", eine schnelle Eingreiftruppe zum Einsatz gegen Flüchtlinge
EU zahlt 15 Mrd. Euro für militärische Flüchtlingsabwehrmaßnahmen

Die humanitäre Lösung: gerechte Handelsbeziehungen

Armut führt zu Kriegen

Weltbankstudie 2003: Die Ursache für Bürgerkriege war öfter Armut als eine ethnische Fehde
EU bildet schnelle Eingreiftruppen zum Einsatz in "gescheiterten Staaten"

Die humanitäre Lösung: gerechte Handelsbeziehungen



24.09.2006