Ein Beitrag aus der Sicht der Aktionäre

Originalton GOLDINVEST-Kolumne

25.7.2006: Am 17.07.2006 veröffentlicht OnVista, das Internetportal für alle Informationen über Aktienkurse, einen Beitrag zum Kongo-Einsatz der Bundeswehr. Wir haben diesen Ausführungen nichts hinzuzufügen, sie sprechen für sich selbst. "Die ersten Wahlen im Kongo seit 1964 könnten mehr Stabilität für das afrikanische Land mit seinen 60 Millionen Bürgern bringen. Davon sollten die Aktien der im Kongo aktiven Bergbau- und Energieunternehmen profitieren. Bekanntestes Beispiel ist die Goldmine Moto Goldmines. Aber es gibt noch viele andere.

"Wir sind hierher gekommen, um uns ausfliegen zu lassen," stand vor kurzem unter einem Cartoon, der die Kongo-Mission der Bundeswehr lächerlich machen sollte. Doch Halt! Das geht zu weit. Sicherlich werden 780 deutsche Soldaten ein durch Bürgerkrieg geschütteltes Land nicht befrieden können, auch wenn ihnen 1220 europäische Kollegen zu Seite stehen. Und bis zu den Parlaments- und Präsidentenwahlen am 30. Juli wird das schon gleich gar nicht gelingen. Doch Zeichen zu setzen ist wichtig. Gerade in einem Staat und auf einem Kontinent, der erste demokratische Pflänzchen großziehen will und soll. Denn eine funktionierende Demokratie ist ein guter Nährboden für nachhaltigen Frieden. Was sollen also diese Unkenrufe, der Bundeswehreinsatz sei "konzeptionell nicht durchdacht".

Mehr Frieden und Stabilität - ja sogar nur die Aussicht darauf - würde an der Börse den Kursen der vielen im Kongo aktiven Rohstoffgesellschaften gut tun. Es wäre also durchaus legitim, noch vor den Wahlen in entsprechende Aktien zu investieren. Dieses eingesetzte Kapital sollten Sie als spekulatives Spielgeld betrachten - immerhin könnte bei einem Scheitern der Wahlen das Land wieder im Chaos versinken und die Aktien ins Bodenlose stürzen.

Doch mit Hilfe der Bundeswehr - und damit dem Einsatz deutscher Steuergelder - sollte es doch zu einem guten Ende kommen, oder? Welche Investmentmöglichkeiten bietet also das Land?

Wer es nicht so aggressiv liebt, kann mit der Citibank auf den Aufbau einer Bankeninfrastruktur setzen. Oder mit Phelps Dodge und BHP Billiton auf mögliche Großprojekte im Kupfer- oder Diamantensektor. Die Risikobereiten setzen auf Explorationsunternehmen, die nach den Lagerstätten von Diamanten, Gold, Uran, Öl, Zink, Nickel und Kobalt fahnden.

Vor allem im Nordosten des Landes gibt es reichlich Goldvorkommen. Dort hat auch Moto Goldmines seine Vorkommen gefunden. Mittlerweile vermuten die Geologen um Chef Klaus Eckhof rund 20 Millionen Unzen Gold im Boden. Nicht weit entfernt hat auch AngloGold Ashanti ein Deposit mit zirka 1,2 Millionen Unzen Ressourcen gefunden. Auch die kleine in London gelistete Mwana Africa ist dort zu finden. Weiter im Süden konnte Banro eine Lagerstätte mit zirka acht Millionen Unzen Gold-Ressourcen ausmachen. Ganz im Südosten gehen die Vorkommen eher in Kupfer-Lagerstätten über. Der so genannte Zentralafrikanische Kupfergürtel dürfte insgesamt mehr als 55 Millionen Tonnen Kupfer und bald vier Millionen Tonnen Kobalt beherbergen. Ein sehr interessantes Unternehmen, das dort seine Gebiete abgesteckt hat, ist TEAL Exploration & Mining. TEAL ist aus der Umstrukturierung von Anglovaal Mining, jetzt ARM, hervorgegangen. Die neue ARM besitzt an TEAL die Mehrheit.

Aber auch Anvil Mining, First Quantum, Katanga Mining und Metorex sind im Süden des Landes mit Kupfer-Kobalt-Interessen vertreten. Der Südwesten des Kongo hält insbesondere Diamanten und wieder Gold für die Bergbaukonzerne bereit. Dort spielt unter anderen auch der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton eine große Rolle. Zudem sind dort Gold Fields, SouthernEra Diamonds, Gravity Diamonds aus Australien und BRC Diamonds vertreten.

Die UN-Einsätze umfassen im Kongo rund 18.000 Peace-Keeper. Rund eine Milliarde Euro dürfte die Mission in den nächsten sechs Monaten verschlingen. Da wäre es sicherlich schön, würde über die Börsen wieder etwas zurück fließen. Auch die Finanzminister der betroffenen Länder könnten sich dies ja zu Herzen nehmen und - falls sie an einen Erfolg der Mission "Kongo" glauben, in die mutmaßlichen Nutznießer investieren.

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25.07.2006