Uran-Munition und die Folgen

Das USA-Zentralkommando für den Irak-Krieg in Katar hat den Einsatz von abgereichertem Uran im Irak-Krieg bestätigt. Sogenannte DU-Munition mit diesen radioaktiven Bestandteilen wurde u.a. zur Bekämpfung von Panzern eingesetzt. Das teilte UNEP-Direktor Klaus Töpfer mit, als er einen Bericht über die ökologischen Schäden des Krieges vorstellte. Auch wenn abgereichert so harmlos klingt: "Der intensive Gebrauch von Waffen mit abgereichertem Uran hat wahrscheinlich Umweltvergiftungen von bisher unbekanntem Niveau und Konsequenzen verursacht".

Die genaue Menge der verschossenen DU-Munition ist laut UNEP noch unbekannt. Um das Ausmaß der Verseuchung Iraks mit dem radioaktiven wie hochgiftigen Material zu herauszufinden, verlangt die UNO-Organisation von der britischen und US-Armeeführung, alle Daten offen zu legen. Im Golfkrieg 1991 wurden etwa 300 Tonnen DU-Munition verschossen. Die UNEP vermutet, dass in diesem Krieg noch größere Mengen verschossen wurden.

Die Vereinigung Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, IPPNW, kommentiert diesen Bericht: "Die Warnung des UNEP ist völlig berechtigt und deshalb fordern wir die deutsche Regierung auf, sich für eine wissenschaftliche Untersuchung der verseuchten Gebiete in Irak einzusetzen". Außer den Bewohnern Iraks könnten auch deutsche Mitarbeiter von Hilfsorganisationen gefährdet werden. Um einen wirksamen Schutz der Menschen zu gewährleisten, sei es auch notwendig, die exakte Zusammensetzung der Radioisotopen zu ermitteln. IPPNW verlangt über die Klärung des Ausmaßes der aktuellen DU-Verseuchung hinaus eine epidemiologische Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Aufklärung der besonders bei Kindern erhöhten Leukämie- und Krebsraten in Irak nach 1991. Die Finanzierung, so IPPNW, sollte von den USA und Großbritannien getragen werden.