Hintergründe einer Eskalation

Insider-Informationen zum Iran

10.2.2006 um 19:30 im Bürgerhaus


28.1.2006 Die Berichterstattung über den sogenannten Atomstreit mit dem Iran zeichnet sich unter anderem durch große Ungenauigkeit aus. Im großen Ganzen wird vermittelt, dass der Iran einen harten Konfrontationskurs fährt, um den Zugang zu Atomwaffen zu erhalten, während die EU sich bis jetzt friedlich auf dem Verhandlungswege bemühte, diese Bedrohung zu verhindern, während die USA bereits militärisches Eingreifen androhen. Nach den Erfahrungen mit dem Irakkrieg sollte man allerdings genauer hinhören, wenn die mächtigsten Staaten der Welt, die nicht nur selber über ein ungeheures Potential an Atomwaffen verfügen, sondern auch gute Beziehungen zur Atommacht Israel pflegen, auf potentielle Massenvernichtungswaffen im Iran zeigen und sich plötzlich zum Anwalt all derjenigen erklären, die Atomwaffen bekämpfen wollen. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel möchte deshalb allen Interessierten ermöglichen, mehr über die Hintergründe dieses Konfliktes zu erfahren.

Wir haben deshalb Mohssen Massarrat eingeladen. Mohssen Massarrat ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück. Als gebürtiger Iraner kann er in seinen Forschungsschwerpunkt Mittlerer und Naher Osten interne Kenntnisse einbringen. Seit Jahren aktiv in der Friedensbewegung war er Mitbegründer der "Koalition für Leben und Frieden". Er hat zahlreiche Bücher zu den internationalen Wirtschaftsbeziehungen, zum Mittleren Osten sowie zur Friedens- und Konfliktforschung geschrieben.



Am 10.2.2006 wird er zu einem Vortrags- und Diskussionsabend nach Castrop-Rauxel kommen.

Um 19:30 spricht er im Bürgerhaus an der Leonhardstraße zu dem Thema:



Iran und seine Atommachtpläne vor dem Hintergrund regionaler Konflikte



"Die EU-3 (Frankreich, Deutschland, Großbritannien) sind bei ihren Atomverhandlungen mit Teheran seit zwei Jahren nicht in der Lage, irgendeinen Kompromiss anzubieten, um auf die Gegenseite einzugehen und Irans Forderungen nach Sicherheitsgarantien ernst zu nehmen. Es war klar, dass - wenn die EU-3 bei ihren harten, kompromisslosen Positionen bleiben, die völkerrechtlich nicht gedeckt, sondern nur einseitig politisch motiviert sind - die Verhandlungen irgendwann scheitern müssen. Und sie sind prompt gescheitert." (M.Massarrat)



Zu diesem Vortrag sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.



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28.01.2006