10.9.2005: Zum 9.11.2005 hatte der Stadtjugendring wieder zu einer Gedenkveranstaltung im Bereich der alten Synagoge aufgerufen, die in jener Nacht angesteckt und verwüstet wurde.
In diesem Jahr trafen sich etwa 150 Castroper am Jüdischen Friedhof, wo im Gedenken an die Opfer weiße Steine vor dem Eingangstor niedergelegt wurden. In einem kleinen Demonstrationszug zogen die Teilnehmer dann zu einer Plakatwand, auf der einige der 700 Schülerinnen und Schüler in einer Foto-Aktion des Kinder- und Jugendparalments gegen Rechtsradikalismus "Gesicht zeigten". Am Simon-Cohen-Platz wurde die Veranstaltung dann fortgesetzt mit Ausführungen von Bürgermeister Beisenherz zum Geschehen am 9.11.1938. Die bewegenden Erfahrungen, die eine Gruppe des Kinder- und Jugendparlamentes bei einem Besuch im KZ Ravensbrück gemacht hatte, wurden von ihnen in Form eines kleinen Theaterstückes weitergegeben.

Auch der Friedenskreis hatte zur Teilnahme an dieser Veranstaltung aufgerufen, gilt doch heute wie vor 60 Jahren, dass rechtsradikale Tendenzen immer auch Kriegsgefahr bedeuten. Deshalb ist es unser Anliegen, das Gedenken an die Toten vor 60 Jahren auch an den anderen Tagen des Jahres ernst zu nehmen und Tendenzen entgegenzutreten, die über eine Verharmlosung des Geschehenen die Wiederverbreitung nationalsozialistischer Ideen fördern. Dazu gehört zum Beispiel auch das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 28.7.2005, das den Gebrauch der Parole "Ruhm und Ehre der Waffen-SS" nicht unter Strafe stellt, weil sie keine Originalparole der Nazis war, sondern nur so klingt.

10.11.2005