Cindy Sheehans Wache:

Mutter eines gefallenen US-Soldaten
wird Symbolfigur


14.08.2005 Cindy Sheehan ist eine der mittlerweile fast 2.000 Mütter (offizielle Zahl, die wirkliche ist vermutlich weit höher), die ihren Sohn in Bush's Angriffskrieg ums irakische Öl verloren haben. Ihr Sohn Casey wurde am 4. April 2005 in Bagdad getötet, fünf Tage nach seiner Ankunft im Irak. Zwei Monate später wurde sie mit den Familien von 14 weiteren gefallenen Soldaten ins Fort Lewis bei Seattle zu einer Gegenung mit Bush geladen. Dieser habe sich bei dem Treffen "sehr jovial" gegeben, als wäre er auf einer Party. Als sie über ihren Sohn habe sprechen wollen, habe er "das Thema gewechselt", sagt sie. Er sei ihren Fragen nach dem Sinn des Irak-Kriegs ausgewichen und habe jedes Mal das Thema gewechselt, "wenn ich ihm von Casey erzählen wollte. Er selbst nannte ihn nie beim Namen, sondern sprach immer nur vom Verlust meines Lieben", sagte Sheehan.
Jetzt macht sie ihrem wachsenden Zorn Luft mit einer Mahnwache gegen den Krieg direkt vor der texanischen Ranch von George W. Bush und würde ihren Protest ab September vor dem Weißen Haus fortsetzen, sollte der Präsident bis dahin nicht mit ihr sprechen. Nach Hause zurückkehren will sie erst dann, wenn Bush ihr Rede und Antwort gestanden hat, mir erklärt hat, warum mein Sohn im Irak sterben musste″. Sie wolle nie mehr aus dem Mund des Präsidenten hören, dass ihr Sohn und die anderen Hunderte von US-Soldaten für einen guten Zweck″ gestorben seien, denn diesen guten Zweck gibt es nicht. Ich werde nicht zulassen, dass Bush meinen Sohn weiter für seine Ziele missbraucht.″

In einer Zeit, in der Anschläge fast täglich US-Soldaten töten, erhielt Cindy Sheehans Protest enorme Beachtung. Fast über Nacht wurde sie zur Vorreiterin der Anti-Kriegsbewegung und zur Stimme für die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Krieg in Irak: Laut den jüngsten Umfragen meint inzwischen eine Mehrheit von 56 Prozent, der Einmarsch von US-Truppen sei ein Fehler gewesen.

Auch in den deutschen Medien fand das Ereignis seinen Niederschlag. Wir verweisen auf einen Beitrag im Neuen Deutschland.

14.08.2005