Friedenskreis Castrop-Rauxel:

Erklärung zum 60. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus

In der Fülle der – zuweilen nostalgischen - Erinnerungen an das Kriegsende vor 60 Jahren wird die wichtigste Folgerung aus den Schrecken des Krieges mit seinen mehr als 6o Millionen Toten heute zunehmend vergessen: die klare Erkenntnis des Nie wieder″!

Auf der Grundlage dieser Erkenntnis wurden 1945 die Vereinten Nationen gegründet, in deren Charta die Mitgliedsstaaten sich verpflichten, auf Gewalt in zwischenstaatlichen Konflikten zu verzichten und sich einer überstaatlichen Rechtsordnung zu unterwerfen.

60 Jahre später wird diese Verpflichtung weltweit ignoriert. Kriege werden wie stets aus wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen geführt, aber lügnerisch als humanitäre Einsätze″ und Terrorbekämpfung″ ausgegeben. Vor allem die USA und die NATO maßen sich an, die Rolle des Weltpolizisten zu spielen. Präsident Bush vergleicht allen Ernstes seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak mit der Rolle der USA bei der Befreiung Deutschlands vom Faschismus.

Konflikte werden bewusst geschürt, statt in Verhandlungen tragbare Lösungen zu finden.

Die Rüstungsmaschinerie in den USA und in der EU arbeitet mit Hunderten von Milliarden Dollar auf weltweite Kriegsabenteuer hin. In den Militärdoktrinen der USA und Frankreichs, in der Verfassung der EU und in den Verteidigungspolitischen Richtlinien Deutschlands ist der Krieg als Mittel der Politik voll rehabilitiert.

Mit Blick auf die auch in Deutschland erfahrenen Schrecken des Krieges können die Forderungen zum 8.Mai 2005 nur heißen:

  • Nicht Kriege wieder führbar machen, sondern den Krieg grundsätzlich ächten!

  • Nicht aufrüsten mit High-Tech-Waffen, sondern abrüsten und Rüstungsexporte einstellen.

  • Nicht militärische Schläge androhen, sondern zivile Konfliktlösungen suchen.


Für den Friedenskreis Castrop-Rauxel

Leonore Schröder
08.05.2005