Hauptsache Profit: Die übelsten Irak-Kriegsprofiteure 2004

Der Irak-Krieg füllt immer noch die Kassen

16.1.2005 Es sind fast zwei Jahre her. Da überfielen Truppen der USA und Großbritanniens den Irak. Wir erinnern uns: Der Kriegsgrund war herbeigelogen. Man wollte den wirtschaftlichen Einfluß in der Region sichern. Man wollte ein Exempel statuieren. Und für Lügen, Profit und Macht mußten mehr als 15.000 irakische Zivilisten mit dem Leben, mehr als Hunderttausend mit der Gesundheit bezahlen. Bis heute steht eine Hilfsaktion für die Opfer aus. Und was war seitdem? Eine rüde Besatzungspolitik hat den Irak zu einem der unsichersten Staaten der Welt gemacht und behindert jeden eigenständigen demokratischen Neubeginn. Der Meute der Kriegsprofiteure ist das egal. Diese Antreiber des Kriegs haben in jedem Fall, was sie wollten. Die US-amerikanische Organisation "Center for Corporate Policy" hat eine Liste für 2004 der 10 übelsten (nicht unbedingt der größten) Kriegsprofiteure zusammengestellt. Die Liste verdeutlicht einmal mehr, wie "Globalisierung nach Konzernherrenart" funktioniert. Hier ein kleiner Auszug.

  • Die Firma AEGIS hat in 2004 einen 293 Mio.$ Auftrag erhalten, um den westlichen Unternehmen, die sich jetzt die lukrativsten Firmen des Irak unter den Nagel reißen, "Sicherheit" zu bieten. Sprich: AEGIS ist eine Privatarmee. Vorsitzender der Firma ist ein in Großbritannien gerichtsbekannter Waffenhändler, der mehr als einmal gegen Embargos der UNO verstoßen hat.

  • Die Firma BearingPoint bekam 240 Mio.$ für ominöse "Unternehmensförderung im Irak". Der Witz: Die Firma selbst hat die Ausschreibungsunterlagen für diesen Auftrag selbst erstellt und wunderbarerweise auch bekommen.

  • Die Firmen Caci und Titan wurden kürzlich mit weiteren 400 Mio. $ Aufträgen bedacht. Neben AEGIS sind das weitere Firmen, die das Geschäftsfeld der "Privatarmee" für sich entdeckt haben. Die Firmen sollen mit dem Geld Söldner anwerben und die Sicherheit der Erdölförderung und anderer westlicher Wirtschaftsunternehmen sicherstellen. Die Firmen sind bestens dafür geeignet, denn ihre Mitarbeiter waren nachweislich schon an den Folterungen im AbuGhraib Gefängnis beteiligt.

  • Waren die bisherigen Beispiele eher kleine, wenn auch stinkende Fische, so gehören die folgenden schon zu den großen Nummern. Natürlich darf in der Liste der übelsten Kriegsprofiteure auch die Firma Bechtel fehlen. Die Zerbombung der irakischen Infrastruktur hat Bechtel wieder nach oben gebracht. Der Konzern wurde mit Riesensummen beauftragt, Kraftwerke, Eisenbahnlinien und Wasserwerke aufzubauen. So weit, so profitabel. Aber nun tut sich Bechtel vor allem dadurch hervor, dass systematisch alle irakischen Sub-Unternehmen ausgeschlossen und einheimische Fachkräfte durch "amerikanische Experten" ersetzt werden. Dadurch wird die Arbeit aber spürbar teurer und wegen der mangelnden Ortskenntnisse konnte keiner der gesetzten Termine eingehalten werden. Das hat in Washington für politische Unruhe gesorgt. Von Untersuchungen ist die Rede. Aber Bechtel war schon mehr als einmal Gegenstand von politischen Untersuchungen, die allesamt im Sande verliefen. Der direkte Draht zum Weißen Haus schützt bestens.

  • Zweifelllos gehört der Halliburton Konzern fraglos zu den Top-Profiteuren des Irak-Kriegs. Mit Verträgen von bisher 11 Mrd.$ ist die Eroberung des irakischen Öls für diesen Konzern zu einer wahren Goldgrube geworden. Da haben sich die paar läppischen Millionen für Bush's Wahlkampf wahrhaftig gelohnt.
Die hier genannten Unternehmen sind nur eine Auswahl. Natürlich gehören vor allem auch die großen US-Rüstungskonzerne zu den Profiteuren des Kriegs. Lokheed Martin dürfte rund 21 Mrd.$ Umsatz dem Irak-Krieg verdanken. Und da der Irak-Krieg auch ein Testkrieg für neue Waffensysteme gewesen ist, verfügt der Konzern schon jetzt über Folgeaufträge des Pentagon in Höhe von mindestens 200 Mrd.$. Übrigens gehören alle hier genannten Profiteure zum engeren Umfeld der Bush-Cheney-Rumsfeld Gruppe und haben mit viel Geld den "demokratischen" Wahlkampf in den USA finanziert.

So funktioniert das: Erst am Krieg verdienen. Dann am Wiederaufbau verdienen. Dabei die besten Stücke aus dem eroberten (fremden) Kuchen auf neoliberale Art in den eigenen Bauch stecken. Ob der Irak in der nächsten Zeit Frieden findet? Wohl kaum so lange diese Interessengruppen ihn beherrschen.

16.01.2005