Wer hilft der Bevölkerung im Irak?

Terrorangriff auf Falludscha

27.11.2004 Der Friedenskreis Castrop-Rauxel hat am 26.11.2004 auf dem Lambertus-Platz seinen Infostand genutzt, um mit einem Flugblatt über den Terrorangriff auf die irakische Stadt Falludscha zu informieren. In den deutschen Medien weitgehend zu einer "Befreiung der Stadt aus den Händen der Terroristen" hochstilisiert, wird jetzt mehr und mehr das wirkliche Ausmaß des Terrors sichtbar, der allerdings von der US-Armee und ihrer rücksichtslosen Kriegsführung gegen die Zivilbevölkerung ausging und weiter ausgeht. In unserem Flublatt heißt es:

Falludscha liegt in Trümmern. Unterschiedslos hat die US-Armee Anfang November 2004 durch Kampfbomber, durch Artillerie- und Panzerbeschuss Wohnhäuser, Läden, Schulen, Moscheen und selbst Krankenhäuser der irakischen Stadt zerstört. Nach Korrespondentenberichten ist die Stadt mit Leichen übersät; viele sind so zerfetzt, dass sie nicht mehr zu identifizieren sind. Bestattungen werden nicht erlaubt; Ärzte und das Irakische Rote Kreuz berichten, dass auch Verletzte aus der abgeriegelten Stadt nicht geborgen werden können.

300.000 Einwohner hatte diese Stadt. Viele sind geflüchtet. Wie viele aber getötet und verletzt wurden, zählt niemand nach. Die US-Armee spricht nur von 1200 getöteten und 1050 gefangenen "Aufständischen". Weltweit berichten die Medien ganz im Sinne der USA und der von ihnen eingesetzten Provisorischen Regierung von der angeblichen "Rebellenhochburg" so, als wenn der gnadenlose Kampf gegen die Zivilbevölkerung berechtigt gewesen wäre.

Hilferuf aus der Stadt an Kofi Annan
Anfang November ging ein verzweifelter Hilferuf aus Falludscha an die Vereinten Nationen. Der Stadtrat von Falludscha, die Juristenvereinigung, die Vereinigung der Lehrer, der Rat der Stammesführer und religiöse Organisationen wiesen Kofi Annan auf die auswegslose Lage der Bevölkerung Falludschas hin und baten ihn, von den USA die sofortige Einstellung der Bombardierungen zu verlangen. "Ist dies ein genozidales Verbrechen oder eine Lehrstunde in amerikanischer Demokratie?" fragten die Briefschreiber. Sie betonten, dass niemand den jordanischen Terroristenführer Al Sarkawi kenne, der angeblich ihre Stadt zur Hochburg des Widerstands gemacht habe. Al Sarkawi (der beim Häuserkampf übrigens nicht gefunden wurde) sei eine Erfindung der USA, mit der diese die Zustimmung der Weltöffentlichkeit zu ihren Aktionen erringen wolle.

Über 100.000 Tote im Irak-Krieg

Falludscha ist ein eindringliches Beispiel dafür, dass die Bombardierung von Städten ein Kriegsverbrechen ist. Eine überholte, perverse und verlogene Definition von "Kriegsverbrechen" lässt Medien und Politiker aufschreien, wenn zufällig die Erschießung eines einzelnen Zivilisten gefilmt wird. Der grausame Tod von Tausenden Kämpfern und Unbeteiligten wird dagegen als "normales" Kriegsgeschehen hingenommen. Kritik am Vorgehen der USA und ihrer willigen Helfer wird nirgends laut. Die arabischen Staaten halten sich ängstlich zurück. Die Europäer gehören mehrheitlich zu den willigen Helfern, und Deutschland und Frankreich suchen wieder gute Beziehungen zum wiedergewählten Bush.

Einzig Ägypten und die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte haben die USA aufgefordert, diese exzessive Gewalt gegen den Irak zu unterlassen. Das US-Außenministerium erklärte Mitte November, für die Aufräumarbeiten würden 70 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Hilfe der Bundesrepublik?

Während Krankenhäuser zerstört sind, Operations- und Behandlungsmöglichkei-ten fehlen, hat die rotgrüne Regierung eine makabre "Hilfe" anzubieten. Als wären nicht genügend Soldaten im Irak, schickt sie 32 Bundeswehrausbilder, um irakische Sicherheitskräfte zu schulen. Geschenk der Deutschen sind nicht etwa medizinische Ambulanzen, sondern Militärlastwagen! Damit unterstützen Schröder/Fischer ganz aktiv den Krieg der USA, dienen die "Sicherheitskräfte" doch dazu, auf Seiten der USA gegen die eigene Bevölkerung zu kämpfen, sozusagen die Drecksarbeit für die USA zu tun, um deren Verluste gering zu halten.

Der Krieg gegen den Irak ist eine Schande für alle zivilisierten Länder. Deshalb fordern wir:

- Eine Verurteilung dieses völkerrechtswidrigen Verbrechens,
- ein Ende der Bombardierungen,
- den sofortigen Abzug der Besatzungstruppen,
- Reparationszahlungen der USA zur Wiedergutmachung der Schäden,
- Stopp der militärischen, logistischen und finanziellen Unterstützung durch die Bundesrepublik!

Das Flugblatt gibt es auch als PDF-Datei
28.11.2004