Der Gewinn für die Menschen...
"Jede Dikatatur, die überwunden ist, ist ein Gewinn für die Menschen in der Welt." So sieht Bundeskanzler Schröder am 15.4. in Hannover den "Sieg der Alliierten" im Irak-Krieg. Vielleicht sollte man in dieser Sache auch einmal die Meinung der Opfer einholen? So kuschelweich würden die es bestimmt nicht formulieren. Und auch die Menschen im Irak scheinen diese Auffassung so nicht zu teilen. Dabei ist nicht einmal die Frage, ob dieser Zweck die kriegerischen Mittel heiligt. Der Ausgangspunkt ist falsch. Erinnern wir uns:

Erst waren es die "Massenvernichtungswaffen" des Irak, die angeblich den Angriffskrieg unvermeidbar machten. Und erst, als die UNO-Inspektoren nicht fündig werden wollten, kam die "Befreiung von der Diktatur" als Kriegsziel hinzu. (Eine Diktatur übrigens, die sich, wie so viele andere, mit Washingtons Segen etabliert hatte!)

Was unser Bundeskanzler als "einen Gewinn für die Menschen" bezeichnet, war von vornherein als Gewinn für nur wenige Menschen geplant: Ökonomischer Gewinn, politischer Gewinn, imperialer Machtzuwachs. Der Sturz der Diktatur war nur nur ein Nebeneffekt, den man propagandistisch ausschlachtet.
16.04.2003