Mahnungen der Vergangenheit:

Aktive Positionen heute: Gegen Feindbilder und Krieg

11.11.2003 Am Montag, 10. November 2003, trafen sich rund 100 Bürgerinnen und Bürger Castrop-Rauxels am jüdischen Friedhof in der Oberen Münsterstraße. Mit dem Ziel "Gedenken - erinnern - handeln, und heute nicht vergessen" hatte der Stadtjugendring aufgerufen, sich der Pogromnacht in Deutschland vor 65 Jahren zu erinnern.
Nach einer kurzen Kundgebung gingen die Teilnehmer hinunter durch die Altstadt zum Simon-Cohen-Platz, wo die von den Nazis in der Pogromnacht niedergebrannte Synagoge gestanden hat. Hier wandten sich einige Redner an die Teilnehmer und Passanten. Der 86-jährige Adolf Burger aus Tschechien, der selbst die Hölle der Konzentrationslager durchlitten hat, wandte sich in einer bewegende und mahnenden Rede an die Teilnehmer. Leider liegt uns der Wortlaut der Rede nicht vor.

Für den Friedenskreis Castrop-Rauxel sprach Leonore Schröder, die vor allem auf die Konsequenzen für heute hinwies und die fehlenden Gegenpositionen in weiten Teilen der offiziellen Politik gegen die heutige neonazistische Prooaganda kritisierte. Sie sagte zum Abschluß ihres Beitrags:

"1938 haben die Menschen nicht aufbegehrt und nicht gegen die Nazi-Politik protestiert. Wir haben heute die Möglichkeit, uns einzumischen. Deshalb gilt es, begangenes Unrecht nicht zu vergessen, den aktuellen Verharmlosungstendenzen entgegen zu treten mit der Erinnerung an Fakten und unsere Schuld anzuerkennen, der wir auch durch das Schlüpfen in die Opferrolle nicht entkommen können... Für die Zukunft bedeutet das, keine neue Kriegs- und Verfolgungspolitik zuzulassen, keine neuen Feindbilder aufzustellen, gleich ob es sich nun um Asylsuchende, Ausländer, Arbeitslose oder die Verdächtigung anderer Religionen handelt oder um andere Länder und ihre Regierungen. Es bedeutet vor allem auch, dass keine neuen Kriege geführt werden dürfen gegen wen auch immer, denn Krieg ohne Schuld ist nicht möglich."

11.11.2003