Der 9. November 1938: Aufruf zum Handeln

Auch in diesem Jahr ruft der Stadtjugendring Castrop-Rauxel auf, sich der Opfer der Nazi-Diktatur zu erinnern. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel unterstützt diese Aktion. Wir erinnern an die Ereignisse vor 65 Jahren, als in Deutschland Synagogen brannten und jüdische Menschen getötet und verschleppt wurden. Wir verbinden das Gedenken mit dem Handeln heute. Deshalb steht die Veranstaltung unter dem Motto "Erinnern, gedenken, handeln und heute nicht vergessen".

Demokratie und sozialer Rechtsstaat sind keine Selbstläufer. Wir erleben gegenwärtig, dass viele Menschen das Vertrauen in die Parteien verlieren. Der Sozialabbau verschärft die Unsicherheit und entfacht Zukunftsängste. Das neu eröffnete Wettrüsten, Kriege in schneller Folge (leider auch mit deutscher Beteiligung), Kriegsdrohungen und die Militarisierung der Europäischen Union, tägliche Berichte über Terroranschläge: all das könnte den Boden bereiten, auf dem die simplen Lösungen wie Nationalismus und Aggressivität nach innen und außen, erneut Zuspruch erhalten.

Die einzige Sicherheit gegen solche Entwicklungen sind unsere eigenen Taten, z.B. in der Friedensbewegung, in globalisierungskritischen Gruppen, in den Gewerkschaften und Jugendorganisationen. Nicht zusehen, sondern Posititon beziehen. Wie sagte Erich Kästner: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."

Wir treffen uns am Montag, 10.November, um 17 Uhr am Jüdischen Friedhof in der Oberen Münsterstraße. Dort beginnt die Gedenlveranstaltung des Stadtjugendrings.
04.11.2003