Auf der Suche nach der Kriegsbegründung...
Was haben wir in den letzten Wochen nicht alles hören dürfen. Sie sind da. Sie sind dort. Unter dem Sand. Giftgas sollte sogar in Saddams Palästen lagern (hat die US-Army aber selbst nicht geglaubt, denn sie haben kräftig drauf gebombt und die Paläste ohne Gasmasken erobert!). Kein Tag, an dem nicht irgend ein Propagandaoffizier den Fund von Giftgasfässer oder halben Atombomben vermeldete.
Ein klassischer Fall dafür ist der Bericht der Korrespondenten vom 17.4.2003 über den Fund nuklearen Materials in einem Forschungszentrum in Al-Tuwaitha. Während die US-Soldaten mit Geigerzählern durch die Trümmer liefen und Heureka riefen, winkten die Fachleute ab. Das sei nicht weiter verwunderlich, so äußerten sich Beamte der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien, dass USA-Soldaten dort erhöhte Strahlung gemessen haben, immerhin handle es sich bei dem Objekt um ein Nuklearforschungszentrum. Wörtlich: "Wenn die USA auch nur einen unserer Berichte gelesen hätten, hätten sie leicht erfahren können, dass Al-Tuwaitha das von unseren Inspektoren am meisten besuchte Objekt war und Irak nach allen gültigen UN-Resolutionen diese Anlage auch hat betreiben dürfen. Al-Tuwaitha besteht aus insgesamt 70 Gebäuden, an drei von ihnen befanden sich auch unsere Siegel. Die USA-Soldaten sind dort einfach eingebrochen und haben das als große Enthüllung verkauft. Das ist genau so, als würden Sie zu McDonald′s gehen und überrascht sein, dort Hamburger vorzufinden. Das ist derart lächerlich."

Bleibt letztenendes nur der logische Schluß: Der Irak besitzt verbotene Waffen. Schließlich wurde deswegen der Krieg geführt und wer daran zweifelt, ist ein Terrorist. Wir finden aber keine Waffen. Also müssen diese Waffen in Syrien stecken. Warum da? Warum nicht am Nordpol oder in einem alten Straßenbahndepot in Krähwinkel? Weil man es so beschlossen hat. Fertig. Same procedure...
18.04.2003