Aktion zum Hiroshima-Tag

Am 6. August ist der 58. Jahrestag der Atombombe, die auf Befehl des amerikanischen Präsidenten Truman über Hiroshima abgeworfen wurde. Am 9. August wurde die Bombe auf Nagasaki geworfen. Überall auf der Welt finden deshalb anfang August Aktionen statt, die an diese militärische Machtdemonstration und ihre Folgen erinnern sollen. Auch der Friedenskreis-Castrop-Rauxel organisierte am Samstag einen Infostand auf dem Lambertusplatz. Diesmal mit einigen Besonderheiten.

Neben dem Flugblatt, das die Geschichte des >japanischen Mädchens Sadako erzählte und über das >aktuelle Atomwaffen-Programm der US-Regierung informierte, wurden auch Papier-Kraniche verteilt, als Symbol für die Hoffnung auf Frieden und den Protest gegen Atomwaffen. Auch wenn einige Eltern das Angebot ignorierten und ihre interessierteren Söhne und Töchter schnell weiterzogen, wurden viele der Vögel an begeisterte Kinder vergeben.
Girlanden aus bunten Origami-Kranichen lockten weitere Interessierte an, die Sadakos Geschichte lesen konnten oder auch erzählt bekamen. Mitglieder des Friedenskreises bastelten mit Kindern Kraniche und verteilten eine Ausgabe ihrer Zeitung, die erklärte, wie und warum man Kraniche faltet. Während der Aktion erklang das >Lied "Sadako" der Gruppe Sands Family in der Innenstadt.

Natürlich bekamen wir wieder einige Sprüch zu hören. Von dem obligatorischen "Das nützt doch sowieso alles nichts!" in verschiedensten Ausführungen, über "Hab jetzt keine Zeit" (man überlege: Keine Sekunde Zeit die Hand auszustrecken und im vorübergehen einen Zettel einzustecken. Um ihn zu lesen würde sich wohl irgendwann Gelegenheit finden...), bis zu dem absoluten Hit unserer Top Ten der besten Bemerkungen: "Hiroshima? Da denkt doch kein Schwanz mehr dran!"

Aber auch wenn die Passantin glaubte, Mitarbeiter des Friedenskreises mit diesen Worten aufklären zu müssen, haben wir und viele andere doch nicht vor, Hiroshima und Nagasaki zu vergessen. Nach 80 Minuten waren unsere 300 Flugblätter verteilt und einige Dutzend Kraniche gefaltet und auf den Weg geschickt. Wer Hiroshima und Nagasaki und die Folgen verdrängt, hört auf, gegen die Umsetzung der Atomwaffen-Programme und deren Anwendung zu protestieren. Und hat schon verloren.

Wer sich selber einmal darin versuchen will, Sadakos Kranich-Figur zu falten, findet unter Downloads im >Info-Blatt Nr.3 eine ausführliche Anleitung.
04.08.2003