Banken auf dem Sprung

Das irakische Finanzsystem ist als Folge des Kriegs zusammengebrochen. Jetzt berichtet das Wall Street Journal über Beratungen, die schon unmittelbar nach Kriegsende begonnen wurden. Gemeinsam am Tisch sitzen das US-Finanzministerium und die führenden US-Banken wie J.P. Morgan Chase & Co., Citigroup und Bank of America.
Im Rahmen des >neo-liberalen Eroberungsplans wollen sich die Banken frühzeitig eine führende Rolle im Irak und damit in der gesamten Region sichern. Es geht nicht um Kinkerlitzchen: Das Bruttoinlandsprodukt des wirtschaftlich geschwächten Irak vor dem Krieg betrug rund 30 Milliarden Dollar. Die künftigen Ölexporte werden schon bald wieder 15 bis 18 Milliarden Dollar pro Jahr umfassen, Tendenz steigend.

Die Eile hat guten Grund. Wer soll die irakischen Ölgelder auf die Konten der Konzerne schaffen, die sich jetzt um die Aufträge balgen wie die Straßenhunde um den Knochen? Nur, daß dieser "Knochen" in den nächsten 5 Jahren rund 100 Mrd. Dollar wert ist. Ein formidables Geschäft. Rechnungen und Spesen bitte per Citibank an die Besatzungsmacht - oder vielleicht... demnächst... in den kommenden Jahren einmal... an die irakische Regierung. Sobald die irakische Bevölkerung die Gewähr bietet, jederzeit die richtige Regierung zu wählen. Aber was soll`s? Hauptsache, das Geld fließt schon einmal, und zwar in die richtige Richtung.
12.06.2003