US Soldaten wollen nach Haus - das unterstützen wir
Eisbeutel für den kühlen Kopf

Der Spiegel-Korrespondent berichtet am 28.5.2003: "Den US-Soldaten in Bagdad ist die Lust an der Besatzung der irakischen Hauptstadt vergangen. Plünderungen, anti-amerikanische Demonstrationen und die sengende Hitze haben die Eroberer zermürbt. Sie wollen nur noch eines: Nach Hause." Dieser Wunsch findet unsere volle Unterstützung.

Die sinkende Moral der Besatzungstruppen scheint ein größeres Problem zu werden. Hoffentlich, denn möglicherweise wird das den Tatendrang der Bush-Gruppe ein wenig dämpfen. Die Weigerung der Iraker, die Besatzer freundlich willkommen zu heißen, scheint bei vielen Soldaten zu erheblicher Desillusionierung geführt zu haben. Außerdem sind jetzt schon viele Soldaten länger im Einsatz, als sie erwartet haben. Ein Soldat wird mit den soldatischen Worten zitiert: "Man hatte uns versprochen, dass nach der Einnahme von Bagdad andere Truppen hergeschickt würden. Diejenigen, die für das Töten zuständig waren, sollten nicht zur Wahrung des Friedens eingesetzt werden."

Die Probleme zeigen sich in zunehmender Aggressivität innerhalb der Armee wie auch gegenüber der Zivilbevölkerung. Immer wieder kommt es zu "Ausrastern", die wohl häufiger als berichtet von Zivilisten mit dem Leben bezahlt werden. Aber es sinkt offenbar auch die Bereitschaft der Soldaten, sich für weitere Dienstjahre zu verpflichten. Heerespsychiater sind jetzt unterwegs. Und vielen Soldaten wurde schon empfohlen, nach ihrer Heimkehr psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Glücklicherweise weiß wenigstens die Heeresführung sofortigen Rat und Hilfe: Die Soldaten, die mit 13 kg schwerer Ausrüstung bei 38 Grad Streife gehen, bekommen jetzt Eiswürfel mit auf den Weg - damit sie einen kühlen Kopf behalten. War on the rocks - Besatzung muss man kalt genießen.
30.05.2003