Die "Weicheier" sind viel besser als ihr Ruf
Frustration bei den "Spezialisten": Statt Tonnen nicht ein Gramm

Unter der Überschrift "Frustriert: U.S. Team verläßt Irak. Spezialeinheit kann keinerlei Waffen finden" berichtet die Washington Post am 11.5.2003 (S. A01) über den bevorstehenden Abzug der Task Force 75, jener Spezialeinheit, die ausgezogen war, den "Weicheiern" der UNO zu zeigen, wie man verbotene Waffen findet. Unter den Mitgliedern der Einheit herrschen Frustration und Enttäuschung über das Scheitern der Mission. Es wird in dem Artikel gefragt, ob es irgendwelche Hinweise auf Massenvernichtungswaffen gegeben habe. Und die Spezialisten antworten: "Nein, möglicherweise nur Hinweise auf Paranoia."

So kann es gehen, wenn man allzu bereitwillig den Worten von Colin Powell glaubt, die er vor dem Sicherheitsrat großspurig verkündete. Wenn man die Behauptungen der US-Geheimdienste über Beweise für Saddams Massenvernichtungswaffen ernst nimmt und logischerweise erwartet, "Hunderte von Tonnen biologischer und chemischer Kampfstoffe sowie die dazugehörigen Raketen und ein komplettes Atomwaffenprogramm zu finden." Die immer wieder erfolglosen Versuche, so die Mitglieder in Interviews, haben diese Zuversicht gebrochen.Dafür seien sie jedem Hinweis nachgegangen, um am Ende jedes Mal wieder mit leeren Händen dazustehen. (Washington Post, 11. 05. 2003)

Eine aktuelle Chronik der Misserfolge der US-amerikanischen Waffensuche findet sich in einem von BASIC (British American Security Information Council) herausgegebenen >Special Briefing, derzeit Stand 30. April. Es bietet auch einen Überblick über die Ergebnisse der Arbeit der UN-Inspektoren vor Kriegsbeginn.
12.05.2003