Wie geht es weiter?
Wachsam bleiben - Neue Kriege werden vorbereitet
Auch am Montag, dem 14. April, trafen sich Mitglieder des Friedenskreises von 18 bis 19 Uhr zur Mahnwache auf dem Lambertusplatz. Wie so oft, in den letzten Wochen. Nicht nur wegen der Osterferien, wohl auch wegen des Gefühls vieler Friedensfreunde, daß der Irak-Krieg "gelaufen" ist, war die Beteiligung etwas schwächer als sonst. Trotzdem machen wir weiter. Die nächste Aktion folgt bereits am Karsamstag.
     Es gibt viele Gründe, warum der Widerstand weitergehen muß: Der Angriffskrieg gegen den Irak wird nicht dadurch akzeptabel, weil ein Diktator abgetaucht ist. Werden denn davon die vielen tausend Opfer lebendig? Wachsen den Verstümmelten die Gliedmaße plötzlich nach? Wird Unrecht zu Recht, weil man mit militärischer Brutalität ein morsches Regime gestürzt und ein Land in Trümmer und Chaos versetzt hat?
Gerade jetzt ist die Friedensbewegung gefordert, und der Ostermarsch ist eine gute Gelegenheit, die Auseinandersetzung mit der US-Strategie fortzusetzen. Schon will auch die Bundesregierung zur Tagesordnung übergehen. Einige müde Worte an den großen Bruder, sich nur nicht zu übernehmen, sind alles, was man den unverhüllten Drohungen der amerikanischen Regierung entgegenstellt.

     Die hat jetzt Syrien im Visier. Wieder ist es derselbe abgedroschene Trick. Für wie blöd man uns hält! Wieder sind es die angeblich vorhandenen Massenvernichtungswaffen, die als Drohmittel herhalten müssen. Versteht sich: Wenn man die nicht im Irak finden konnte, müssen sie eben in Syrien sein. Oder vielleicht doch woanders? Oder soll nur der Weg für die Pipeline bis zum Mittelmeer freigebombt werden? Und wer ist danach dran? Gibt es "Amerikanisches Roulette" für alle Staaten, die nicht in das beschränkte Weltbild von Bush und Rumsfeld passen? Ist das die Botschaft des jungen Jahrtausend: Wer nicht spurt, bekommt einen "chirurgischen Krieg" verpaßt?
Es ist mehr als alarmierend, wenn gerade in diesen Tagen der USA-Botschafter in Kuba, Cason, öffentlich erklärt: Irak ist erledigt. Es reift die Zeit heran, dass man sich nun auch Kuba zuwenden müsse.
16.04.2003