Gruß vom Krümelmonster

Eine typische Nebenbei-Meldung bringt die WAZ am heutigen Mittwoch. Vier Zeilen nur, offenbar kaum der Rede wert. Vielleicht sogar ein wenig spaßig? Gewiß nicht.
Das Geräusch eines tropfenden Wasserhahns im Badezimmer kann einem den letzten Nerv rauben. Wenn man Menschen durch ununterbrochene Beschallung über einen längeren Zeitraum den Schlaf stiehlt, nennt man das Folter. Dafür Lieder der Sesamstrasse zu verwenden, zeugt zudem von blankem Zynismus.

Und was heißt hier "gefügig machen" und "zum Reden bringen"? Jeder amerikanische Soldat lernt, dass er bei Gefangennahme nur Name und Dienstgrad anzugeben braucht. Kriegsgefangene durch Gewaltanwendung zum Reden zu bringen widerspricht etlichen Bestimmungen der Genfer Konventionen. Die Anwendung von Folter verstößt gegen die Menschenrechte.
In diesem Zusammenhang erinnern wir auch an die afghanischen Gefangenen, die im US-Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba immer noch außerhalb jeder Kontrolle gefangengehalten werden.

Wo ist der Schrei der Entrüstung? Wo ist die kritische Presse? Wo sind die Verteidiger der Menschenrechte? Treten die nur an, wenn der Gegner China oder Kuba heiß oder nur einen Staatshaushalt vom Umfang einer mittelgroßen Konzernfiliale hat?

Offenbar wußte die amerikanische Regierung genau, warum sie die Zuständigkeit des Haager Gerichtshofes ausdrücklich nicht für Bürger der Vereinigten Staaten akzeptiert.
21.05.2003