Alles wieder gut? - Nein, es geht weiter:

Flugblattaktion des Friedenskreises in der Altstadt
Am 17.5. war die Friedensinitiative wieder einmal mit einem Infostand und einem Flugblatt in der Fußgängerzone vertreten, obwohl man doch, oft gehörtes Argument, "als Einzelner gar nichts machen kann". Nun, erstens sind wir nicht alleine. Und wenn auch dieser Krieg nicht verhindert werden konnte: Wenigstens sollten wir jetzt wir für das Gedächtnis festhalten, was der Krieg im Irak nicht gezeigt hat, nämlich die Massenvernichtungswaffen, die als Begründung des Angriffskrieges herhalten mußten. Und wir sollten festhalten, was er gezeigt hat: nämlich dass man mit Bomben zwar einen Diktator vertreiben kann, aber dadurch nicht Freiheit und Demokratie, sondern Chaos, Not und Besatzerwillkür ins Land bringt. Gesichert ist im Irak bisher nur der amerikanische Zugriff auf die Ölfelder und die dauerhafte Militärpräsenz - und darum ging es ja auch in Wirklichkeit.
Wenigstens können wir als Teil der weltweiten Protestbewegung Sand ins Getriebe streuen, wenn es darum geht, derartige Kriege zur Sicherung der eigenen wirtschaftlichen und militärischen Vormachtstellung zu einem geduldeten Mittel der Politik zu machen. Schon deshalb kommen wir wieder. Außerdem waren alle Gegenargumente, die wir wieder hören durften, wenig überzeugend. Der Castroper Hit war dieses Mal die Frage eines etwa zwanzigjährigen... Schnösels an einen Vertreter der Friedensinitiative, der kurz vor der verdienten Rente steht, ob er denn wohl schon mal etwas anderes getan habe als Flugblätter zu verteilen. Haben wir, lieber Schnösel. Wir haben gearbeitet und arbeiten noch. Wir haben aber auch nachgedacht (und machen das weiterhin). Und das kann offensichtlich nicht jeder von sich behaupten.

Ein Abschnitt des Flugblatts beschäftigt sich unter der Überschrift "Deutschland ist wieder lieb" mit der Rolle der Bundesregierung nach dem Irak-Krieg: "Deutschlands NEIN zum Krieg hatte den Schönheitsfehler, dass der Aufmarsch der Bombenwerfer von deutschem Boden ausging. Wie unartige Kinder ließen wir uns trotzdem vom autoritären Übervater Bush in die böse Ecke stellen. Statt den Krieg vor die UN-Vollversammlung zu bringen und ihn als verbotenen Angriffskrieg verurteilen zu lassen, anstatt den USA zu sagen, dass sie Kriegsverbrechen begehen, kuschen wir aus Angst um wirtschaftliche Verluste. Struck buckelt in Washington vor dem Zyniker Rumsfeld. Schröder/Fischer hofieren US-Außenminister Powell in Berlin und signalisieren ihm die deutsche Unterstützung für die Anträge der USA im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, ganz im Sinne der USA. Deutschland auch ein kriechender Vasall?"
17.05.2003