Aus wohlinformierten Kreisen verlautet...

Geht es nach dem leichten Sieg im Irak-Krieg in die nächste Runde? Freut euch, die Deutsche Bank gibt für die nächsten Monate Entwarnung. In ihrer aktuellen Analyse der Weltwirtschaftslage unter dem Titel Globale Trends heißt es: "Innerhalb der nächsten vier Monate dürfte keine größere Konfrontation bevorstehen." Beruhigend. Nur die Begründung stellt uns doch nicht recht zufrieden.

Die Friedensphase verdanken wir nämlich nur dem Umstand, dass die schweren amerikanischen Bomber und drei der sechs Flugzeugträger in die USA zurückgekehrt sind, um dort einige Monate lang gewartet zu werden. Zwar wäre die Anzahl der "Präzisionswaffen" für einen weiteren Krieg noch ausreichend, so versichert uns die Bank, aber die US-Armee will doch lieber die fällige Inspektion nutzen, um den Bestand in den kommenden drei Monaten um 8400 Stück aufzustocken. Klar, man weiß ja nie, was kommt. Denn schon im Spätsommer kann es nach Einschätzung der Großbank wieder losgehen: "Wenn Korea, Syrien oder der Iran den USA nicht bis September/Oktober Zugeständnisse machen, dürfte sich der Ton dann wieder verschärfen."

Prima: Erst mal schön die Waffen putzen, Schrauben anziehen, Streubomben und ähnliches bunkern und dann wieder Horrido! ins Gefecht. Scheinbar die normalste Sache der Welt. Will uns die deutsche Bank schon mal an den künftigen US-Kriegsrhythmus gewöhnen? An die jährliche Herbstübung im Reality-Modus? Sagt man statt Frieden demnächst nur noch Wartungs- und Bewaffnungsphase oder Putz- und Flickstunde zwischen den Kriegen?

Auch der Mann der Deutschen Bank in New York, ein gewisser Peter Garber, der sich als Analyst bezeichnet, kann uns etwas über das moderne Kriegsbusiness mitteilen. Er hat nämlich nicht nur herausgefunden, dass der Irak-Krieg eine Menge Geld gekostet hat. Er hat auch sein Ohr ganz nah an den wohlinformierten Kreisen: "Es ist durchgesickert", teilt er uns verschwörerisch mit. "dass die USA planen, geraume Zeit im Irak militärisch präsent zu sein."

Donnerwetter, hat der Mann vielleicht heimlich unsere Website gelesen? Peter, Peter, laß dich nur nicht erwischen. Denn in diesen Dingen versteht deine Herrschaft keinen Spaß.
15.05.2003