Von hier geht Krieg aus:

Nach Kalkar und "Schnöggersburg" gegen Kriegsvorbereitung und Kriegsführung
5.10.2017: Mehrere hundert Menschen protestierten am 3. Oktober in Kalkar und Sachsen vor militärischen Einrichtungen gegen die Kriegsvorbereitungen und die aktuelle Kriegsführung der Bundeswehr und der NATO. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel war in Kalkar, einem der wichtigsten Zentren der Kriegsführung mit mehreren bedeutenden Militäreinrichtungen der Bundeswehr und der NATO.

In Kalkar In Kalkar

In den Kommandozentralen von Bundeswehr und NATO in Kalkar und Üdem, die mit 90 Millionen Euro noch weiter ausgebaut werden sollen, sind alle militärischen Strukturen zur Kriegsführung von NATO, Bundeswehr und US-Militär zu finden. Alle sind zur Zeit schon an Kriegen beteiligt. Darüber hinaus werden hier die Kriege der Zukunft geplant:

  • Hier werden alle Flugzeugeinsätze der NATO nördlich der Alpen koordiniert.

  • Hier wird auch der Einsatz der Bundeswehr in Syrien geleitet.

  • Hier ist das Zentrum für die Weiterentwicklung der Luftstreitkräfte.

  • Von hier wird zukünftig auch der Einsatz der in Jagel stationierten Kampfdrohnen der Bundeswehr gesteuert.

  • Die Bundeswehreinheiten aus Kalkar/Üdem werden 2018 einen Teil der schnellen Eingreiftruppen der NATO bilden.

  • In der Kaserne in Kalkar ist außerdem eine NATO Strategieschmiede für den Krieg im 21. Jahrhundert untergebracht: im Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) entwickeln die Militärs Pläne zur Kriegsführung mit konventionellen und nuklearen Waffen. Die diesjährige Jahrestagung des JAPCC in Essen vom 10. bis 12. Oktober soll die Rolle der Luftstreitkräfte bei der "Abschreckung" beraten.
Gegen diese Kriegsführung und Kriegsplanung protestierten am 3.10. mehrere hundert Personen mit einer Demonstration von der von-Seydlitz-Kaserne zum Marktplatz in Kalkar. Falk Mikosch, Landessprecher der VVN.BdA NRW, legte nach seiner Rede vor dem Tor der Kaserne einen Kranz für die umgekommenen Kriegsflüchtlinge nieder. Die Geschäftsführerin des DGB Niederrhein, Angelika Wagner, forderte, dass das Geld, das die Bundesregierung für eine Erhöhung des Militärhaushaltes vorgesehen habe, besser zur Bekämpfung der sozialen Probleme unseres Landes ausgegeben werden sollte. In diesem Zusammenhang wies Tobias Pflüger in seiner Rede darauf hin, dass die alte Bundesregierung noch kurz vor dem Ende der Legislaturperiode und unbemerkt von der Öffentlichkeit im Rüstungs- und Haushaltsausschuss Rüstungsprojekte in Höhe von 13 Milliarden Euro beschlossen hat.

Schnöggersburg

Auch in der Kriegsübungsstadt "Schnöggersburg" im Gefechtsübungszentrum Altmark nördlich von Magdeburg sollten Proteste darauf aufmerksam machen, "dass die Militarisierung hier eine ganz neue Dimension erreicht und sich zunehmend der demokratischen Kontrolle entzieht". So Malte Fröhlich von der Bürgerinitiative Offene Heide, die sich seit über zwei Jahrzehnten für die zivile Nutzung des Truppenübungsplatzes einsetzt. Stattdessen wird hier der laut Bundeswehr "modernste Truppenübungsplatz Europas" gebaut. Für rund 140 Millionen Euro soll hier auf sechseinhalb Quadratkilometern für Kampfübungen die Geisterstadt Schnöggersburg" gebaut werden. Weitere 24 Millionen Euro kostet dann die neue Technik vom Rüstungskonzern Rheinmetall, mit der ab 2018 auf dem Gelände deutsche und NATO-Soldaten für Einsätze in Großstädten trainiert werden.
Allen diesen Kriegsplanungen setzten wir die Forderungen entgegen:

  • Schluss mit den Kriegseinsätzen der Bundeswehr!

  • Schritte zur atomaren und konventionellen Abrüstung und Vertrauensbildung, keine neuen Waffenlager für ostwärts gerichtete Truppenaufmärsche in Dülmen und anderswo in NRW!

  • Einvernehmliches Lösen von Konflikten im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)!

  • Stopp der Rüstungsexporte!

  • Abbau der Kommandozentralen in Kalkar/Uedem und anderer NATO-Einrichtungen in NRW und deren Umwandlung für zivile Zwecke!

  • Keine NATO-Kriegsplanungen in Essen und anderswo!

  • Den Aufbau einer Friedens-Akademie in Kalkar/Uedem, die konkret zivile Konfliktlösungsstrategien und die Friedenssicherung ohne Militär weiterentwickeln und dem Frieden in Europa und in der Welt dienen soll!


>>> Rede von Falk Mikosch, Landessprecher der VVN BdA NRW, am 3. Oktober 2017 in Kalkar auf www.nrw.vvn-bda.de
05.10.2017