UNO -Vollversammlung ächtet die Atombombe
gleichzeitig wächst die Gefahr eines Atomkrieges
14.8.2017: Am 6. Und 9. August fanden weltweit Gedenkveranstaltungen statt für die Opfer der ersten beiden Atombomben in Hiroshima und Nagasaki, die unvorstellbares Leid über diese beiden Städte brachten. Inzwischen haben in Deutschland 72 Jahre, Jahrzehnte unverantwortlicher Rechtfertigung atomarer Hochrüstung, zu einer Gewöhnung an diese Waffen geführt und viele Menschen negieren die Gefahr, die von den Atomwaffen ausgeht. Deshalb ist es möglich, dass hier nur schwacher Protest gegen die neue atomare Rüstungsspirale und den erneuten Aufbau atomarer Drohkulissen laut wird. Dagegen hat die Mehrzahl der Nicht-Atomwaffenstaaten inzwischen bei den Vereinten Nationen einen Durchbruch zur Ächtung dieser dem humanen Völkerrecht widersprechenden Massenvernichtungswaffe durchgesetzt. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel nahm den Gedenktag zum Anlass, um am 14.8.2017 mit einem Flugblatt darüber zu informieren.

Am 6. und 9. August 1945 verglühten Hiroshima und Nagasaki im Feuer

Mehr als 130.000 Menschen starben damals sofort, 90.000 wurden schwerstverletzt. Die Hälfte von ihnen starb nach großen Qualen in den folgenden Jahren. Das entsetzliche Leid der Opfer, das kaum in Worte zu fassen ist, hätte eigentlich für alle kommenden Zeiten zur Ächtung dieser furchtbaren Waffen führen müssen. Stattdessen wurden Entwicklung und Stationierung von Atomwaffen fortgesetzt.

weil die USA ein Zeichen setzen wollten.

Atomwaffen waren von Anfang an von Lügen und Einseitigkeit begleitet. Den Wissenschaftlern, die sie entwickelten und den Technikern, die sie erbauten, wurde erzählt, dies sei notwendig für den Schutz der USA und den militärischen Sieg über den Faschismus. Tatsächlich ging es um die wirkungsvollste Waffe im geopolitischen Machtkampf. Deshalb wurden die Bomben auf Hi-roshima und Nagasaki abgeworfen, ohne dass dies militärische oder strategische Vorteile brachte, denn Japans Luftwaffe war bereits ausgeschaltet und Japan stand kurz vor der Kapitulation.
Nur wenige Jahre später und in Kenntnis der furchtbaren Auswirkungen erarbeitete der Oberbefehlshaber der kombinierten US- und UN-Streitkräfte im Koreakrieg, Douglas MacArthur, erneut einen Einsatzplan für atomare und chemische Waffen, der von Präsident Truman allerdings nicht genehmigt wurde. Daraufhin entwickelten die drei anderen Siegermächte des II. Weltkriegs und China ihrerseits die Atombombe, um militärisch mit den USA gleichzuziehen.

Hoffnung durch den Atomwaffensperrvertrag?

Der Abschluss des Atomwaffensperrvertrags 1970 bot die Chance, aus der Aufrüstungsspirale herauszukommen: die Weitergabe von technischem Know How für Atomwaffen wurde verboten und die Abrüstung der vorhandenen Bomben beschlossen. Tatsächlich beseitigten die Abrüstungsmaßnahmen nur die überteuren Auswüchse. Heute lagern immer noch 15.000 Sprengköpfe in der Welt, 1.800 sofort einsetzbar und ausreichend für die vielfache Vernich-tung der ganzen Welt. Tatsächlich wurde dabei Indien, Pakistan und Israel die Herstellung von Atomwaffen stillschweigend gestattet, aber dem Iran selbst die friedliche Nutzung der Atomenergie verboten.

Auch keine Entspannung nach 1990

Nach dem Ende der Sowjetunion und des Warschauer Pakts, von denen vorgeblich die Gefährdung des Weltfriedens ausging, hätte eine allgemeine Friedenspolitik beginnen können. Das Gegenteil trat ein mit dem Anspruch der USA, unangefochten führende Weltmacht zu sein. Militärisch untermauert wird dieser Anspruch seit 1992 mit der Renovierung des Atomwaffenarsenals, der Entwicklung kleinerer, lenkbarer Bomben mit variabler Sprengkraft zwischen 300 und 30.000 Tonnen TNT. "Begrenzte Atomkriege" stehen in den Militärstrategien der USA, sogar gegen Staaten, die selbst keine Atomwaffen besitzen, sich also nicht mit gleichen Waffen verteidigen können.

Deshalb geht die nukleare Aufrüstung wieder weiter

Für mehr als zehn Milliarden Dollar werden in den USA z.B. die B61- Bomben modernisiert. Im September 2015 und im März 2017 wurden erneuerte Bomben des Typs B61-12, allerdings ohne Atomsprengkopf, über der Wüste von Nevada abgeworfen, um ihre Technik, Ziel-genauigkeit und Elektronik zu testen. Diese Bomben können geschützte Kommando-Bunker in großen Tiefen treffen. Ihre Wirkung ist 30- bis 4500fach im Vergleich zur Hiroshima-Bombe.



als Teil einer strategischen Aufrüstung gegen Russland und China

Gleichzeitig wird von den USA und den Nato- Staaten ein verschärfter Konfrontationskurs gegen Russland und auch China gefahren, die als bedeutendste und zumindest in Bezug auf China wirtschaftlich wachsende BRIC-Staaten den Vormachtanspruch der USA zunehmend in Frage stellen.

  • Deshalb wird mit Sanktionen ein Wirtschaftskrieg befeuert.

  • Deshalb finden wir auch in allen Bereichen von Sport, Musik bis zu eine umfassende antirus-sische und auch antichinesische Stimmungsmache.

  • Deshalb finden direkt an den Grenzen von China und Russland große Nato-Manöver statt. Auch werden dort Raketenabwehrschirme aufgestellt, die das Potential haben, eigene Erst-schläge zu erleichtern.


Im Dezember 2016 verwies der russische Präsident Putin darauf, dass die Nato 1990 zugesagt hatte, sich nicht nach Osteuropa zu erweitern, nun stünden ihre Truppen dauerhaft vor Russ-lands Grenze. Er kündigte daher an, 2017 die russischen strategischen Nuklearkräfte ebenfalls auszubauen. Dies alles weist erschreckend auf die Möglichkeit eines real bevorstehenden Krieges hin.

Korea stört bei der Umzingelung von China

In diesem Zusammenhang ist es unverantwortlich, wenn die Machthaber in den USA und Nordkorea gegenseitig militärisch und verbal aufrüsten. Schon der Koreakrieg 1950 bis 1953 kurz nach der Staatsgründung der VR China wurde von Seiten der USA so erbittert geführt, weil sich Koreas geostrategische Lage als Brückenkopf in einem antikommunistischem "Cordon sanitaire" gegenüber China anbot. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Ist es Zufall wenn US-Präsident Donald Trump in seinem Golfclub in New Jersey erklärt, die USA würden weiteren Drohungen Nordkoreas mit "Feuer und Wut" in einer Weise begegnen, "wie es die Welt noch nicht gesehen hat" ? Am 6. August 1945 sprach US-Präsident Harry Truman von einem "Regen der Zerstörung aus der Luft, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat", als er den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima verkündete.

Der Hoffnungsschimmer: Nichtatomwaffenstaaten setzen Ächtung der Atomwaffen durch

Angesichts der neuen Eskalation haben die Nicht-Atomwaffenstaaten 72 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki bei den Vereinten Nationen endlich einen Durchbruch zur Ächtung dieser dem humanen Völkerrecht widersprechenden Massenvernichtungswaffe durchgesetzt. Am 7. Juli 2017 haben 122 Mitgliedsstaaten der UNO (von 193) auf einer Konferenz in New York für ein völkerrechtlich verbindliches Verbot der Atomwaffen und für deren endgültige Ab-schaffung gestimmt. Dieser Beschluss ist eine wichtige Aufforderung an die Atommächte, diese von nun an illegalen, geächteten Waffen nicht einzusetzen. Wie alle Atommächte hat allerdings auch Deutschland als Möchtegern-Großmacht an der Konferenz nicht teilgenommen.

Deutschland muss sich für Deeskalation entscheiden

In dieser Situation sollte sich die Bundesregierung darauf besinnen, was es wirklich heißt, "Verantwortung in der Welt zu übernehmen". Es bedeutet:

  • alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um den täglich weiter eskalierenden Konflikt zwischen den USA und Nordkorea zu entschärfen. Die US-Regierung muss aufgefordert werden, endlich auf fairer und gleichberechtigter Grundlage mit Nordkorea über die beiderseitige Abschaffung der Atomwaffen und Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel zu verhandeln.

  • Selber aus der nuklearen Teilhabe auszusteigen und von den USA den Abzug der Atombomben aus Büchel zu fordern.

  • sich nicht an der Konfrontationspolitik gegenüber Russland und China zu beteiligen.
Die Friedensbewegung will diese Forderung mit verschiedenen Aktionen im Herbst unterstreichen. Sie ruft auf zur Teilnahme an:

  • Menschenkette "Stopp Air Base Ramstein" am 9.9.2017. Die Schließung der Air Base Ramstein ist ein wichtiger Schritt gegen die Logistik eines Atomkrieges, denn dort ist auch die zentrale Einsatzzentrale für die US-Atomwaffen in Deutschland und Europa. weitere Infos

  • Mit weniger Aufwand kann jeder sich beteiligen an der Kampagne "Deutschland wählt atomwaffenfrei" unter https://nuclearban.de/.
14.08.2017