Weit mehr als eine Demonstration der Stärke

Die Modernisierung der US-Atomwaffen
21.4.2017: Fast zeitgleich mit dem Zünden ihrer größten nicht nuklearen Bombe hat die US-Luftwaffe jetzt auch ihren neuen Atombombentyp erprobt. Nach drei Tests 2015 warf ein F-16-Kampfjet im März 2017 über einem Militärgelände im US-Bundesstaat Nevada die in Entwicklung befindliche Atombombe B61-12 ab, um ihre nicht nukleare Technik und Elektronik zu prüfen. Es handelt sich um eine kleine, 3,7 m lange gelenkte bunkerbrechende Atombombe. Sie gilt als taktische Waffe unterhalb der Schwelle eines Atomkriegs, obwohl ihre variabel einstellbare Sprengkraft sich nach Angaben des Waffenexperten Otfried Nassauer zwischen 300 und 50.000 Tonnen herkömmlichen TNT-Sprengstoffs liegt. Sie hat also eine 30 bis 4500mal größere Sprengkraft als die zur Zeit größte nicht nukleare Bombe der USA Typ GBU-43, die bei ihrem Einsatz in Afghanistan im April 2017 einen Krater mit fast 1 Km Durchmesser riss.

Dieser Test war Teil eines umfangreichen atomaren Modernisierungsprogramms in den USA. Die Serie B61 ist mit über 3000 Exemplaren die ab 1966 meistproduzierte amerikanische Kernwaffe. Von insgesamt elf Modellen existieren zur Zeit noch fünf Varianten, die nun alle durch die moderne B61-12 ersetzt werden sollen. Ab 2020 soll die erste Produktion der neuen Atombomben für ca. 9 Mrd. US-Dollar abgeschlossen sein.

Auch auf dem Luftwaffenstützpunkt in Büchel der Eifel, wo das Taktische Luftwaffengeschwader 33 der deutschen Luftwaffe im Einsatz mit US-Atombomben geschult wird, werden nach einer ZDF-Recherche rund 20 neue modernisierte Atombomben die alten B-61 ersetzen. Dagegen initiierte der Trägerkreis "Atomwaffen abschaffen" die Kampagne "Büchel ist überall - atomwaffenfrei.jetzt". Sie startete u.a. eine Petition:

"Taten statt leerer Worte - Abzug statt Aufrüstung der Atomwaffen!", die hier unterschrieben werden kann.

Außerdem wurde am 26.3.2017 die diesjährige 20wöchige Aktionspräsenz in Büchel "20 Bomben - 20 Wochen" mit einer Veranstaltung eröffnet, die neben der Forderung nach Abzug der Atomwaffen auf die vom 27.-31. März stattfindende erste Verhandlungsrunde für ein Atomwaffenverbot an der UNO in New York aufmerksam machen wollte.
21.04.2017