Der Stellvertreter-Krieg in Syrien eskaliert bedrohlich

Notlage in Aleppo, Syrien - Wer hat die Schuld″ ?
11.11.20: Der Krieg in Syrien wird befeuert durch die unterschiedlichsten örtlichen, regionalen und globalen Interessengruppen. Dies wird in den Medien durch das gezielte Pushen bestimmter Themen und das Auslassen anderer nicht nur einseitig dargestellt, sondern auch dazu genutzt, zunehmend Putin für die Kriegsopfer verantwortlich zu machen, während die eigene Beteiligung an der Eskalation durch jahrelange Unterstützung der Aufständischen ausgeblendet wird. Am 10.11. 2016 wurde über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes von 1200 Soldaten in Syrien abgestimmt. Neben Tornado- Aufklärungsjets, einem Tankflugzeug und einem Kriegsschiff sollen ab Mitte November auch deutsche NATO-Soldaten in Awacs-Aufklärungsmaschinen die Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak kontrollieren. Dabei werden auch die russischen und syrischen Flugbewegungen über Syrien erfasst werden und die Gefahr einer direkten Konfrontation zwischen der NATO und Russland wächst. Der Friedenskreis nahm die Situation zum Anlass, um am 5.11. und am 12.11.2016 mit einem Flugblatt auf die Situation in Syrien aufmerksam zu machen.



Eine umfassendere Einschätzung der gegenwärtigen Situation in Syrien gab Karin Leukefeld, eine Ethnologin, Islam- und Politikwissenschaftlerin, die sich als einzige deutsche in Damaskus akkreditierte Korrespondentin seit 15 Jahren regelmäßig im Nahen Osten aufhält, und auch bereits einmal als Referentin in Castrop über Syrien gesprochen hat. Ihre Einschätzung der Lage in Syrien und der Berichterstattung in den Mainstream-Medien kann hier nachgelesen werden.

Sie macht deutlich, dass es bei dem Einsatz der Bundeswehr nicht nur um die Bekämpfung des "Islamischen Staates" geht, wie vordergründig immer behauptet wird. Islamistische Gruppen, die real nicht in gemäßigte und radikale Gruppierungen unterschieden werden können, bekamen ihre Bedeutung erst durch arabische und westliche Unterstützung in Form von Geld, Ausrüstung, Waffen und medialer Unterstützung bei dem Bemühen, eine souveräne Regierung durch einen von außen forcierten "Regime change" zu beseitigen. Dabei ging und geht es auch heute nicht um Menschenrechte, sondern um eigene geostrategische Ziele.
12.11.2016