Die Friedensbewegung mobilisiert gegen Kriegsvorbereitungen:

Nein zum NATO-Krieg in Kalkar und Essen
6.10.2016: Am 3.10.2016 beteiligte sich der Friedenskreis Castrop-Rauxel an einer Friedensaktion. Morgens demonstrierten etwa 300 Demonstranten in Kalkar gegen die militärischen Einrichtungen, die dort einen Krieg im 21. Jahrhundert möglich machen, der Weltraum, Luft, See und Boden mit dem Internet verbindet. Dazu gehört auch das Strategiezentrum Joint Air Power Competence Centre (JAPCC). Es hatte für den 4. bis zum 6. Oktober mehr als 250 hohe NATO-Repräsentanten zu seiner Jahrestagung in Essen eingeladen unter dem Titel "Vorbereitung der NATO auf Operationen in einem verschlechterten Umfeld", weniger verharmlosend ausgedrückt um die Vorbereitung auf Kriegsführung auf einem Schlachtfeld, wenn GPS-Systeme zusammenbrechen und das Internet ausfällt. Deshalb protestierten nachmittags in Essen etwa 1000 Personen gegen diese Vorbereitungen zu einem NATO-Krieg.

Demonstration in Kalkar
Andreas Zumach schlug in seiner Rede einen Bogen von den langfristigen atomaren Kriegsvorbereitungen in Deutschland bis zu den aktuellen NATO-Planungen für eine moderne Kriegsführung zur Verteidigung ihrer militärischen Überlegenheit, die wiederum eine Modernisierung des atomaren Potentials erfordert. Die Rede von Andreas Zumach kann unter ""Keine Nato-Kommando-Zentrale in Kalkar" bei youtube angehört werden. Weil von den Kommandozentralen in Kalkar auch die Kriegseinsätze der Bundesluftwaffe in Syrien und auf anderen Schauplätzen gesteuert werden, wurde am Ende der Kundgebung vor der Von-Seydlitz-Kaserne ein Kranz für die Opfer der Drohnen- und Bombenangriffe niedergelegt.

Die Kundgebung in Essen
"Der Essener Teil der Doppelaktion begann mit einer Rede von Bernhard Trautvetter, der die Militärs kritisierte, da ihre Konferenz unterstellt, man könne noch handeln, wenn in Europa ein größerer Krieg ausbricht. Schon wegen der Atomkraftwerke wäre das Europas Untergang. Er kritisierte die Bundewehrwerbung an Schulen und betonte das Friedensengagement auch der Gewerkschaften. Eugen Drewermann wies die eskalierenden Schritte der Nato seit ihren Anfängen nach und betonte, dass Krieg bedeutet, dass Menschen, die stärker sind als andere, ihren Willen mit Terror durchsetzen und dabei niemals Gutes bewirken, so sehr uns das die Nato auch glauben machen will. Er forderte alle Menschen guten Willens auf, bei jedem Schritt in die Richtung eines Krieges Mein zu sagen und zitierte dazu Wolfgang Borcherts Gedicht mit dem Titel "Sagt Nein!" Sevim Dagdelen, MdB DIE LINKE, kritisierte die unmenschliche Politik der Fluchtverhinderung der EU und dass Deutschland diktatorische Verhältnisse im Nato-Staat Türkei mit unterstützt. Sie forderte eine Außenpolitik, die statt strategischen Interessen der Humanität folgt. Florian Kling von den kritischen Soldaten zitierte verrückte Berichts-Blätter, die Soldaten im Falle eines Atomschlages ausfüllen müssen, auf denen sie auch einzutragen haben, wie der Atompilz aussah. Dieser Widersinn wurde umso plastischer, als er die Demonstranten aufforderte, einen solchen auf mitgebrachte Berichtsblätter als Zeichen des Protests zu zeichnen. Der Ostermarsch-Veteran Willi Hoffmeister rief die FriedensfreundInnen dazu auf, in ihrem Engagement nicht nachzulassen." Der Friedenskreis wird das beherzigen und am 8. 10. Nach Berlin fahren.

Die Rede von Eugen Drewermann kann auf youtube unter: "Kein Nato-Kriegsrat in Essen" angehört werden.
06.10.2016