Jedes Opfer ist ein Opfer zu viel

Beendet den Krieg gegen Syrien!
28.8.2016: Das Foto des aus dem Schutt geretteten kleinen Omran aus Aleppo geht am 19.August 2016 als Anklage gegen den Krieg um die Welt und löst kurzfristig Mitleid und Empörung aus. Es ist nicht das erste Opfer des Krieges in Syrien, der nur deshalb so lange und furchtbar verläuft, weil er von außen aus geopolitischen Interessen mit Waffen, Geld und Söldnern unterstützt wird. Das Bild fand weite Verbreitung in den Medien, weil es geeignet war, der russischen Seite die menschenverachtende Seite der Kriegsführung anzulasten. Mit einem Flugblatt erinnerte der Friedenskreis am 27.8.2016 daran, dass Russland nie Kriegspartei geworden wäre, wenn nicht die NATO-Staaten jahrelang die Unterstützung islamistischer Gruppen durch ihre Verbündeten Türkei, Saudi-Arabien und Katar geduldet hätten und auch die USA nicht syrische Rebellengruppen mit Waffen, Ausrüstung und Ausbildung unterstützt hätten. All dies hat die Eskalation zu einem Krieg mit Menschenrechtsverletzungen auf allen Seiten erst möglich gemacht.

Eine Untersuchung von Amnesty International, nach der auch syrische Rebellengruppen, die vom Westen unterstützt werden, schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben sollen, wurde deshalb von den Medien weitgehend ignoriert. Nur vereinzelt wird thematisiert, dass die us-amerikanische Unterstützung für die sogenannten "gemäßigten Gruppen" nicht von der Unterstützung der islamistischen Gruppen zu trennen ist, die vorgeblich bekämpft werden sollen. So landeten einem Bericht der New York Times zufolge US-Waffen für syrische Aufständische auf dem Schwarzmarkt und sind danach nicht mehr kontrollierbar. Dieselbe Quelle zitiert offizielle Quellen, nach denen tausende von syrischen Rebellen in den letzten Jahren vom CIA trainiert worden sind. Waffen und Kämpfer gelangen durch Eroberungen oder zusammen mit überlaufenden und sich immer neu bildenden Gruppierungen unter die Kontrolle der Islamisten.
Wer sich angesichts der von außen kaum zu beurteilenden Lage in Syrien nicht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzt, dass die Friedensgespräche in Genf konstruktiv geführt werden und gleichzeitig die Unterstützung aller oppositionellen Gruppen unterbunden wird, heuchelt, wenn er sich über das Leid des kleinen Omran aus Aleppo empört.

Die USA, die Golfstaaten und die Türkei sowie die EU sind aufgefordert, die Anwerbung, Ausrüstung, Ausbildung und Finanzierung aller oppositionellen Gruppen sofort und nachhaltig einzustellen. Nur durch finanzielle und materielle Austrocknung können deren Kriegsverbrechen beendet werden.
28.08.2016