20 Wochen gegen 20 Bomben

Mit Pax Christi Recklinghausen gegen Atombomben in Büchel
31.7.2016: Am 30.7.2016 fuhr der Friedenskreis Castrop-Rauxel mit einer Gruppe von Pax Christi in Recklinghausen zu einer Mahnwache nach Büchel. Dort lagern zwanzig us-amerikanische Atomwaffen. Seit März läuft vor dem Fliegerhorst die Aktion Büchel ist überall – atomwaffenfrei.jetzt″, mit der jede Woche verschiedene Gruppen mit ihren jeweiligen Symbolen Mahnwache halten oder gewaltfreie Aktionen durchführen, um den Abzug der Waffen zu fordern.

Seit Jahren lagern in Büchel immer noch einsatzbereite Atombomben, um auf Befehl durch Bundeswehr-Piloten mit deutschen Tornado-Kampfjets ins Zielgebiet geflogen werden zu können. Diese Beteiligung der Bundeswehr wird "nukleare Teilhabe" genannt. Sie verstößt direkt gegen den Atomwaffensperrvertrag von 1970. Mit dessen Unterzeichnung hat sich die BRD verpflichtet, Atomwaffen oder die Verfügungsgewalt darüber von niemandem unmittelbar oder mittelbar anzunehmen.
Es hat deshalb viele Versuche gegeben, die Existenz der Atombomben in Büchel zu verheimlichen. Es ist vor allem ein Verdienst der Friedensbewegungen, dass dies nicht gelungen ist. Sie repräsentiert den Willen von 85 Prozent der Bevölkerung, dass alle Atomwaffen von deutschem Boden abgezogen und auf keinen Fall neue Atomwaffen stationiert werden sollten. Am 26. März 2010 kam es sogar zu einem überparteilichen Beschluss des Bundestages, der die Bundesregierung aufforderte, auf den Abzug dieser Atombomben hinzuwirken!

Das Gegenteil ist der Fall. In Büchel haben stattdessen Arbeiten für eine kostspielige "Modernisierung" der Atomwaffen begonnen, die in Wirklichkeit eine Aufrüstung ist. Auch ein Bericht der Sendung "Frontal21" zeigt: In Büchel sollen modernisierte Atombomben mit der Bezeichnung B61-12 stationiert werden. Sie haben die vierfache Sprengkraft einer Hiroshima Bombe und sind als selbstlenkende Waffen ein ganz neues Waffensystem. Gleichzeitig werden Bundeswehrsoldaten in den USA ausgebildet und in großen NATO-Manövern immer wieder für den Einsatz der mit Atombomben bestückten Tornados trainiert. All dies ist Teil einer neuen Aufrüstungsspsirale. Dem wollen wir nicht tatenlos zuschauen.
Am 26. März 2016 wurde vor dem Atomwaffenstandort Büchel am Haupttor des Fliegerhorstes eine "Friedenswiese" eröffnet. 20 Wochen lang protestierten dort verschiedene Gruppen gegen die 20 Atrombomben, die dort lagern und un in eine offensive Atomwaffensrategie eingebunden werden. Wir beteiligten uns am 30.7.2016 an einer Mahnwache von Pax Christi Recklinghausen.

31.07.2016