An drei Tagen forderte der Ostermarsch 2016:

Fluchtursachen erkennen - zivile Lösungen für Konflikte schaffen!
29.3.2016: Der Ostermarsch Rhein/Ruhr 2016 ist gestern mit Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen zu Ende gegangen. An drei Tagen sind ca. tausendachthundert Menschen gegen Krieg und Rüstung, für den Schutz für Flüchtlinge und für die zivile Lösung von Konflikten auf die Straße gegangen. Bundesweit beteiligten sich in diesem Jahr insgesamt mehr als 20.000 an den rund 80 Aktionen. Das ist eine Verdoppelung der Teilnehmerzahlen gegenüber 2015. Und bereits am 27.02.2016 machten in London 70.000 bis 80.000 Teilnehmer die "Stop Trident Demonstration" zur größten Anti-Atomwaffen-Demonstration seit über 30 Jahren und zeigten, dass aus auch kleine Bewegungen wieder wachsen können.

An drei Tagen sind an Rhein und Ruhr ca. 1800 Menschen gegen Krieg und Rüstung, für den Schutz für Flüchtlinge und für die zivile Lösung von Konflikten auf die Straße gegangen. Zum Auftakt am Samstag kamen bei Sonnenschein etwas mehr als 1000 zu den Veranstaltungen in Düsseldorf, Duisburg und Köln. Der Bundestagsabgeordente der LINKEN, Alexander Neu sprach bei der Abschlusskundgebung des ersten Ostermarschtages in Düsseldorf über die Militäraktionen der NATO-Staaten und die Rüstungsexporte als Fluchtursachen. Etwa 80 Personen beteiligten sich am zweiten Tag bei deutlich schlechterem Wetter an der Fahrradetappe nach Bochum, etwa 200 weitere besuchten die Kundgebungen an der Strecke. Petra Hinz, SPD-Bundestagsabegordente aus Essen, die gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr stimmt, sprach bei der Auftaktkundgebung in Essen.

Auch der dritte Tag brachte kein besseres Wetter für die Marschetappe zwischen Bochum-Werne und Dortmund. Zum Auftakt sprach Rainer Einenkel, langjährige Betriebsratsvorsitzende von Opel Bochum, über Rüstungsproduktion: "Rüstungsindustrie ist kein normaler Industriezweig. Waffenverkäufe sind Exporte, an denen immer Blut klebt. Behauptet wird, Rüstungsexporte sicherten Beschäftigung und unseren Wohlstand! Darum sei das Geschäft mit dem Tod unverzichtbar. Eine perverse, kranke Logik. Die Fakten sprechen eine andere Sprache: Rüstungsexporte entsprechen gerade 1 % der gesamten deutschen Exporte. Rüstungsexporte sind nur für deutsche Unternehmen äußerst profitabel, Arbeitsplätze werden dadurch kaum gesichert. Von 30 Mio. Beschäftigten in der Gesamtwirtschaft sind 80.000 Arbeitsplätze von der Rüstungsproduktion abhängig. Hier muss die Diskussion verstärkt werden, dass auch diese 80.000 Menschen im zivilen Bereich Arbeit finden. Beispiele dafür gibt es genug." Zum Abschluss im Dortmunder Wichernhaus sprach Horst Schmitthenner.

Bundesweit stiegen die Teilnehmerzahlen trotz des schlechten Wetters

Der Erste Ostermarsch in der alten BRD begann mit einem Sternmarsch aus Braunschweig, Hannover, Lündeburg, Hamburg und Bremen zum Truppenübungsplatz Bergen-Hohne, um gegen die atomare Aufrüstung der Bundeswehr zu protestieren. Zum Ostermarsch in Berlin kamen in diesem Jahr über 2000, nach Stuttgart 1500, ebenfalls mehr als im letzten Jahr. Neben größeren Veranstaltungen in Frankfurt am Main, Nürnberg und Hamburg protestierten auch vor dem Fliegerhorst in Büchel Menschen gegen die US-Atomwaffen, welche dort gelagerten werden. Insgesamt haben mehr als 20.000 Menschen an den Ostermärschen teilgenommen und somit mehr als im Vorjahr.

Der Ostermarsch ist eine internationale Bewegung

Bei dem weltweit ersten großen Ostermarsch am 07. April 1958 zogen tausende Kernwaffengegner mit dem Ruf "Verbietet die Bomben" zum britischen Atomforschungszentrum Aldermaston. Großbritannien sollte seine Kernwaffen, insbesondere die Wasserstoffbombe aufgeben.

In diesem Jahr machten am 27.02.2016 in London 70.000 bis 80.000 Teilnehmende die Stop Trident Demonstration zur größten Anti-Atomwaffen-Demonstration seit über 30 Jahren. Zu dem englischen Trident-Programm gehören momentan 4 Atom-U-Boote, die im Westen Schottlands stationiert sind und die den "Schutz des Landes vor Atomschlägen gewährleisten sollen". Mindestens eines der vier U-Boote patrouilliert 24 Stunden am Tag in den Weltmeeren. Die englische Regierung möchte die Trident-U-Boote gegen sogenannte Successor-U-Boote austauschen. Nach Regierungsangaben würde dies ca. 30 Milliarden Pfund kosten, wobei Kernwaffengegner diesen Betrag auf mehr als 150 Milliarden schätzen.

29.03.2016