Wir brauchen Friedenspolitik!

70 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki - nicht nur Mahnen und Gedenken
9.8.2015: 70 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki sind immer noch ca. 1.800 Atomwaffen in höchster Alarmbereitschaft und der eskalierende Ukraine-Konflikt führt mit einer neuen Aufrüstungsspirale auch zu einer Verstärkung atomarer Fähigkeiten. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel nahm deshalb die Gedenktage der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki zum Anlass, mit einem Flugblatt auch über die aktuellen Pläne zu qualitativer atomarer Aufrüstung zu informieren und eine Politik der Deeskalation einzufordern.

Auch 70 Jahre nach dem Abwurf der Atombomben gehören die schrecklichen Folgen nicht der Vergangenheit an. Die IPPNW veröffentlichte aktuell einen Bericht über "Gesundheitliche Langzeitfolgen von Atomexplosionen" und forderte eine weltweite Ächtung. Drei Jahre lang hatte sich auch die Kampagne "atomwaffenfrei.jetzt" intensiv für weitere atomare Abrüstung eingesetzt. Aber die politische Realität ist eine andere. In der erneut eskalierenden Auseinandersetzung zwischen den NATO-Staaten und Russland nehmen Überlegungen zu einem begrenzten Einsatz von nuklearen Waffen eine bedrohliche Dimension an. Diese NATO-Strategien für regional begrenzte, nukleare Schläge sehen vor, durch Abschreckungsstrategien, einen punktgenauen, nuklearen Erstschlag mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern die gegnerischen nuklearen Systeme weitgehend zu zerstören, so dass ein geschwächter gegnerischer Zweitschlag mit Hilfe eines Raketenabwehrschirms erfolgreich "abgefangen" werden kann. Dies wiederum führt auf der Gegenseite zu atomaren Aufrüstungsstrategien, um den Raketenschild umgehen zu können.

Die Menschenverachtung, die angesichts der bekannten Leiden in Hiroshima und Nagasaki aus den Erstschlags-Plänen spricht, entspringt der Bereitschaft, seine Machtinteressen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchzusetzen. Keine Regierung in Europa sollte sich diesen Überlegungen anschließen, denn der atomare Niederschlag einer solchen Konfrontation trifft uns, die USA wären "nur" von den Folgeschäden betroffen. Wir forderten deshalb von der Bundesregierung, sich für Deeskalation im neuen Ost-West-Konflikt einzusetzen:

  • Wirken Sie auf die USA und die NATO ein, die Kriegsvorbereitungen gegen Russland zu beenden!

  • Aufhebung der Sanktionen gegen Russland!

  • Rückkehr zur Diplomatie!
09.08.2015