Ostermarsch 2015

"Kriege stoppen - Atomwaffen ächten - zivile Lösungen schaffen"
7.4.2015: Am Osterwochenende fanden bundesweit rund 80 Mahnwachen, Demonstrationen und Märsche gegen Krieg, Gewalt, Waffenhandel und Ausländerfeindlichkeit statt. Die Teilnehmerzahlen bewegten sich trotz schlechten Wetters etwa im selben Rahmen wie im letzten Jahr. Der Ostermarsch Ruhr rief unter dem Motto: "Kriege stoppen - Atomwaffen ächten - zivile Lösungen schaffen" zur Teilnahme. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel beteiligte sich an der Fahrradetappe von Essen nach Bochum nicht nur aktiv auf dem Fahrrad. Leonore Schröder hielt auf der Zwischenetappe Herne eine Rede zur wachsenden Kriegsgefahr durch den Ukraine-Konflikt.

Gegen aufrüstung und Militarisierung im Ukraine-Konflikt

Die Ostermärsche richteten sich unter dem Motto "Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg" gegen Kriegspropaganda und Kriegsdrohungen auch in Europa. Sie forderten die Rückkehr zu einer Politik der Völkerverständigung und eine Welt ohne Atomwaffen, ein Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr sowie den Verzicht auf neue Waffen wie Kampfdrohnen. Auch gegen das Schüren von Spannungen gegenüber Russland und gegen den Krieg in der Ukraine wurde demonstriert. Auch Leonore Schröder konzentrierte sich in ihrer Rede in Herne auf dieses Thema.

Gegen atomare Bedrohung

Die Ostermärschein NRW hatten schon am Karfreitag mit dem Ostermarsch an der Urananreicherungsanlage in Gronau begonnen. Die Gronauer Uranfabrik ist bundesweit einzigartig, produziert in großen Mengen Atommüll und wird mit der sogenannten Zentrifugentechnik betrieben, die auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen genutzt werden kann. Vor dem Haupttor der Anlage des Betreibers Urenco verlangten 350 Teilnehmer um "drei vor zwölf" die sofortige Stillegung der dortigen Fabrik, denn zivile und militärische Nutzung der Urananreicherung ließen sich nicht trennen. Auch am Bundeswehrflugplatz Büchel in Rheinland-Pfalz protestierten Friedensaktivisten schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage.

Tobias Damjanov (Ostermarsch Rhein-Ruhr und Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen und -gegner DFG-VK) am Freitag in Gronau:

"70 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki wollen maßgebliche Politiker und andere Entscheidungsträger immer noch nicht begreifen, dass Atomwaffen die gesamte Menschheit auslöschen können. In Deutschland wurde uns vor fünf Jahren versprochen, dass hierzulande keine Atomwaffen mehr stationiert sein sollen - und was ist? Immer noch sind welche in Büchel stationiert. Dagegen protestieren wir auch hier. Das Bindeglied zwischen sogenannter ziviler und militärischer Nutzung von Atomkraft sind Urananreicherungsanlagen, wie die hier von Urenco. Hier kann Uranbrennstoff für Atomkraftwerke angereichert werden, hier kann waffenfähiges Uran hergestellt werden. Selbst der Abfall des Anreicherungsprozesses kann noch militärisch verwendet werden, nämlich als hochgiftige abgereicherte Uranmunition. Es darf also nicht um einen Verkauf dieser Anlage gehen, sondern einzig und allein um deren sofortige Stillegung!"

Gegen militärische Durchsetzung ökonomisacher Interessen

Bei der Sonntagsabschlussveranstaltung in Bochum sprach der Publizist Werner Rügemer über die militärisch-machtpolitischen Hintergründe des Transatlantischen Investitions- und Partnerschaftsabkommens TTIP.
GewerkschafterInnen für Frieden und Solidarität

Auch eine Initiative GewerkschafterInnen für Frieden und Solidarität″ hatte zu den Ostermärschen mobilisiert und sagte:

  • JA! zur Abrüstung, zu Rüstungskonversion und ziviler Konfliktbearbeitung!
    NEIN! zu Krieg, zu Gewalt und zu mehr Militär und Hochrüstung!

  • JA! zur Solidarität mit Flüchtlingen und sozialer Asylpolitik!
    NEIN! zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit!

  • JA! zu UMfairTEILUNG und zu einer Politik wirtschaftspolitischer Vernunft!
    NEIN! zu Spardiktaten und Austeritätspolitik!




>>> weitere Reden auf den Ostermärschen können hier gefunden werden.
07.04.2015