Militärische Konfliktlösung verschärft die Probleme.

Neuer Einsatz von Uranmunition in Syrien und im Irak?

14.3.2015: Der Einsatz von A-10 Kampfflugzeugen der US-Luftwaffe, die speziell für den Einsatz von Uranmunition ausgerüstet sind, wirft Fragen auf. Kommt diese radioaktive und hochtoxische Munition bei den Luftschlägen gegen den Islamischen Staat″ im Irak und in Syrien zum Einsatz? Auch in Deutschland werden wieder US- Kampfjets vom Typ A-10 stationiert. Im Rahmen der militärischen Einkreisung Russlands durch die NATO sollen sie dem Piloten-Training in östlichen NATO-Staaten dienen. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel informierte am 14.3.2015 mit einem Flugblatt erneut über die schrecklichen Folgen von Uranmunition

Was ist Uranmunition?

Waffen aus abgereichertem Uran, also radioaktivem Abfall von Kraftwerken, sind wegen ihrer jahrtausendelangen Schädigung der menschlichen Gesundheit besonders grausam und heimtückisch, haben aber militärstrategisch den Vorteil, dass sie gepanzerte Fahrzeuge und Bunker zerstören können. Dabei entsteht ein sehr feiner Staub, der sich mit dem Wind weiträumig verteilt. Über die Atemluft, das Trinkwasser und die Nahrung gelangt er in den menschlichen Körper – mit irreparablen Folgen. Noch weit nach dem Ende der Kampfhandlungen erkranken die Menschen an vielfachen Krebsarten. Viele Kinder sterben an Leukämie. Besonders verhängnisvoll aber ist die Schädigung der Erbgutinformationen, die über Generationen zu Organschäden und Missbildungen bei Neugeborenen führt. Bereits am 4.4.2014 hatte der Friedenskreis mit dem Dokumentarfilm "Deadly Dust – Todesstaub" des Filmemachers und Grimme-Preisträgers Frieder Wagner über dieses Thema informiert.

Die Folgen im Irak
Zwischen 2003 und 2009 haben die USA im Irak schon mehr als 2000 Tonnen dieser Munition eingesetzt. Seitdem ist in Städten mit besonders starkem Beschuss die Rate von Missbildungen und Krebserkrankungen bei Kindern stark angestiegen.

Droht nun ein weiterer Einsatz von Uranmunition im Irak und auch in Syrien?

Pentagon-Sprecher Mark Wright im Oktober 2014: "Es gibt kein Verbot gegen die Verwendung von abgereichertem Uran, und das US-Militär setzt dieses ein. Der Einsatz von DU in panzerbrechender Munition ermöglicht es, feindliche Panzer leichter zu zerstören." Bei der Bekämpfung des Islamischen Staates″ werden nun 12 A10-Kampfflugzeuge eingesetzt, Angaben zur Art der verwendeten Muni-tion gibt es nicht. Sie zerstörten bisher im Irak 62 Panzer sowie 64 gepanzerte und minen-resistente Fahrzeuge, also typische Ziele für DU-Munition. Es ist deshalb kein Wunder, dass Einwohner von Raqqa, einer Hochburg des Islamischen Staates″ in Syrien, die aktuell von den Luftschlägen der US-Armee betroffen ist, den Einsatz von Uranmunition befürchten.

Koalitionspartner im Unklaren:

Auch Abgerdnete aus Belgien, Holland und England fragten Anfang 2015 ihre Regierungen, ob die Koalition gegen den islamischen Staat″ auch Uranmunition einsetzt. Die niederländische Regierung räumte diese Möglichkeit ein, die belgische erklärte, sie habe dazu keine Infor-mationen, könne es aber auch nicht ausschließen. Die britische Regierung antwortete, dass sie mit den Partnern nicht über die bei Kampfeinsätzen verwendete Munition rede, das sei Angelegenheit des jeweiligen Staates.

"Operation gegen den Islamischen Staat" angeblich ohne Uranmunition

Als einzige Quelle zitiert Joe Dyke, der Nahost-Korrespondent von IRIN (früher der UN-Infor-mationsdienst, ab 2015 selbständig und von Sponsoren abhängig), aktuell den Pressesprecher der Operation gegen den Islamischen Staat″ John Moore, dass in diesem Luftkrieg weder von den USA noch von den Koalitionspartnern Uranmunition eingesetzt werde. Da die USA genaue Angaben über den Einsatz von Uranmunition verweigern, kann die Wahrheit nicht überprüft werden.

Erste Erfolge der Kampagne zur Ächtung von Uranmunition?
Wenn die Aussage stimmt, könnte der Druck einer internationalen Kampagne zur Ächtung von Uranwaffen erste Wirkung zeigen:



Uranmunition in Europa:

Aber auch diese Motive können dazu beitragen, das Schweigen der Medien zu diesem Thema zu durchbrechen. Warum wird nicht darüber berichtet, dass Uranmunition auch in Europa seine Spuren hinterlässt? Am 13. 9. 2014 demonstrierten in Sardinien 5000 Menschen gegen Militärmanöver von Nato, Israel und privaten Sicherheitsfirmen. Eine extrem hohe Rate an Krebserkrankungen und Missbildungen bei Weidetieren weist darauf hin, dass dabei auch Uranmunition getestet wird.

Uranmunition in Deutschland?

Seit die NATO ihre Einkreisung Russlands forciert, stationiert die US-Luftwaffe unbeachtet von der Presse bereits abgezogene Kampfjets vom Typ A-10 wieder in Deutschland, um in osteuropäischen NATO-Staaten Piloten darin zu trainieren. Sollen sie den Abwurf von Uranmunition lernen?

Schon am 1.4.2011 hatte der Absturz eines solchen Kampfjets, der mit Uranmunition bestückt war, in Laufeld/ Bernkastel-Wittlich zu einer Beinahe-Katastrophe geführt. Wieviel größer ist das Risiko, dass auch in Europa uranhaltiger Feinstaub auf Generationen zu Leid und Elend führt, wenn diese Munition tatsächlich zum Einsatz kommt.

Deshalb fordern wir:

Sofortige Ächtung von Munition aus abgereichertem Uran
Transparenz über die Orte, an denen sie bereits zum Einsatz kam

Keine weitere Eskalation von Konflikten mit militärischen Mitteln, stattdessen:

  • Konsequente Unterbrechung aller Nachschubwege für den "Islamischen Staat"

  • Konsequentes Einfordern einer friedlichen Konfliktlösung in der Ukraine
    Keine weitere Expansion der NATO in den Osten. Sie berührt die Sicherheitsinteressen Russlands, führt zu Gegenmaßnahmen und bedroht damit unsere eigene Sicherheit.
14.03.2015