Der Ukrainekonflikt in den Medien:

Es begann mit einer Lüge″

14.6.2014: 8.2.2001: Eine ARD-Sendung unter diesem Titel zeigt die Wahrheit eineinhalb Jahre nach dem ersten Kriegseinsatz deutscher Soldaten nach 1945 in Jugoslawien: Das angebliche Konzentrationslager, das 'Massaker' an Zivilisten und den sogenannten Operationsplan Hufeisen″, mit denen er vor der Öffentlichkeit gerechtfertigt wurde, hatte es nie gegeben.
30.5.2014: Eine ZDF-Sendung unter diesem Titel zeigt zehn Jahre nach dem Beginn des Irak-Krieges, dass dessen vorgebliche Gründe ebenfalls erfunden waren: Massenvernichtungswaffen hat es damals im Irak nicht gegeben. Grund genug, auch die Berichterstattung in den Medien über den eskalierenden Konflikt in der Ukraine nicht kritiklos für die Wahrheit″ zu halten.
Auf zahlreichen lokalen Aktionen der Friedensbewegung zum Ukraine-Konflikt am 31.5.2014 wurde die Schwarz-Weiss-Malerei in der Berichterstattung bereits thematisiert. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel zeigte bei einem Infostand am 14.6.2014 mit einem Flugblatt, dass die Eskalation bewußt einseitig Rußland zugeschrieben wird und die Expansionder NATO als Bedrohungsszenario für die Gegenseite genauso ausgeklammert wird wie die Einmischung der westllichen Staaten bei der Installierung eines Regimes mit undemokratischen Methoden. Erst wenn dieselben Methoden von der Bevölkerung in der Ostukraine angewendet werden, um nicht die Folgen des undemokratischen Putsches tragen zu müssen, werden sie plötzlich als Terrorakte gewertet. Dass die auch von Deutschland anerkannte neue de facto-Regierung in Kiew mit Raketen und Panzern gegen die eigene Bevölkerung in der Ostukraine vorgeht, ohne ihr die Möglichkeit zu geben, ihre Forderungen bei Verhandlungen überhaupt nur vortragen zu können, passt nicht ganz in das schöne Bild der westlichen Werte. Die Folge: Der Ukrainekonflikt, der in der Realität eskaliert, findet in den Medien nur noch untergeordnete Beachtung, ohne dass die Verursacher der Zerstörungen genannt werden.

Diese Darstellung ist kein Zufall. Sie begleitet eine neue gewollte Konfrontation. Ein kurzes Zeitfenster der Zusammenarbeit in Europa und der Beginn der dafür notwendigen Vertrauensbildung und Abrüstung wird wieder abgelöst durch Abschreckungsstrategien. Gelder werden aus sozialen Bereichen abgezogen und in Aufrüstungsprojekte gesteckt wie die NATO-Stationierung und Raketenschilde im Osten. Das alles wird vor der Öffentlichkeit mit einem neuen (alten) Feindbild gerechtfertigt. Die grundsätzlichen Argumentationsmuster werden in Konferenzen zwischen politischen Institutionen, Stiftungen oder PR Agenturen und einflussreichen Journalisten formuliert und dann innerhalb der Leitmedien als verbindlich weitergegeben. Meinungsfreiheit sieht anders aus. Dieser Prozess war so deutlich zu verfolgen, dass er sogar in den Medien selber thematisert wurde: Beispiel Deutsche Welle vom 15.4.2014: Unausgewogen? Wie deutsche Medien über den Ukraine-Konflikt berichten. Es reicht jedoch nicht, diese Darstellungsweise mit den Schwierigkeiten zu erklären, aus einem Krisengebiet verlässliche Informationen zu erhalten. Die einseitige Darstellung ergibt sich bereits aus der einseitigen Fragestellung, die von Kriegswirren völlig unabhängig ist.

Wir brauchen einen Journalismus, der umfassend und zutreffend fragt und informiert. Nur dann können wird demokratisch mitreden und mitentscheiden. Einseitige Berichterstattung hat alle großen und kleinen Kriege vorbereitet. Die Wahrheit starb zuerst, dann starben die Menschen auf beiden Seiten, am wenigsten traf es diejenigen, die die Kriege vorbereitet und geführt haben. 100 Jahre nach dem Beginn des ersten Weltkrieges darf sich das nicht wiederholen.

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14.06.2014