Die verheerenden Folgen von urangehärteter Munition

"Deadly Dust – Todesstaub"
5.4.2014: Die US-Armee überfiel den Irak unter dem Vorwand, Massenvernichtungswaffen zu suchen. Mit dem Einsatz von Uranmunition setzten sie dann selber eine Massenvernichtungswaffe ein, die vom Moment ihres Einsatzes an über Milliarden von Jahren weiter töten wird und deshalb unbedingt geächtet werden muß. Dies verdeutlichte der Dokmentarfilm des Filmemachers Frieder Wagner über den Einsatz und die Folgen von Uranmunition, den der Friedenskreis Castrop-Rauxel zusammen mit der VHS am 4.4.2014 im Bürgerhaus zeigte. Etwa 20 Teilnehmer waren tief erschüttert, nicht nur von den Folgen der tödlichen Strahlung, die sich inzwischen mit dem kontaminierten Feinstaub von den unmittelbaren Zielen über ganze Landstriche verteilt hat, sondern ebenso von dem überwiegend erfolgreichen Versuch der NATO und der offiziellen Berichterstattung, dieses Thema totzuschweigen, um dafür nicht in die Verantwortung genommen zu werden.

Frider Wagner erhielt den Europäischer Fernsehpreis für die Dokumentation Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra, die sich mit den Folgen von Uranmunition auseinandersetzt. Trotz aller positiven Reaktionen und Auszeichnungen hat Wagner seitdem keinen Auftrag mehr bekommen. Sein Film "Deadly Dust – Todesstaub", 2007, beschäftigt sich mit demselben Thema: Die Dokumentation begleitet den deutschen Arzt und Wissenschaftler, Prof. Dr. Siegwart Horst Günther, der nach dem ersten Golfkrieg 1991 als erster auf die gefährlichen Folgen von Urangeschossen und -bomben aufmerksam machte, nach dem zweiten Irakkrieg noch einmal in den Irak. Hier macht er sich zusammen mit weiteren Wissenschaftlern auf die Suche nach kontaminierten Kriegsschauplätzen. Ein hochaktueller Film über brisante Entdeckungen und den außergewöhnlichen persönlichen Einsatz eines 80-jährigen Arztes, ein kaum bekanntes Kriegsverbrechen publik zu machen. Denn mit den atmosphärischen Winden wird der im Krieg entstandene Todesstaub um die ganze Welt getragen. Allerdings findet sich bis heute kein professioneller Filmverleih und er wird auch von keinem öffentlich-rechtlichen oder privaten Fernsehsender gezeigt.

german-foreign-policy.com führte 2008 mit dem Autor ein Interview


Jede Munition hat die Aufgabe, Menschen zu töten und Sachen zu zerstören. Insofern sind alle abzulehnen. Uranwaffen aber sind wegen ihrer unbegrenzten Schädigung der menschlichen Gesundheit auch von Unbeteiligten besonders grausam und heimtückisch. Wenn diese Geschosse ihr Ziel treffen, verbrennt das Uran zu winzigsten Uranoxid-Partikelchen in Nanogröße, und diese verseuchen den Boden, die Luft und das Wasser und gelangen in den menschlichen Körper. Dort bewirken sie Krebs, insbesondere Leukämien, einen Zusammenbruch des Immunsystems sowie eine Schädigung von Nieren und Leber. Außerdem führen die Uranoxid-Partikelchen in den Geschlechtszellen zu Chromosomen-Brüchen und hohen Missbildungsraten der Nachkommen. Da die radioaktive Strahlung dieser Partikel noch Millionen von Jahren aktiv ist, werden auf unabsehbare Zeit Generationen auf Generationen von den Folgen dieser Munition betroffen sein. Im Irak ist inzwischen nachgewiesen, dass der tödliche Staub mit den vorherrschenden Winden aus der hart umkämpften Stadt Basra im Süden bis nach Erbil im Norden gelangt ist.
Die Anwender von Uranwaffen verstoßen damit gegen die Genfer Konventionen und begehen schwerste Kriegsverbrechen! Bei verschiedenen Vorstößen zur Ächtung der Uranwaffen bei den Vereinten Nationen haben die Täterstaaten unter Führung der USA ein Verbot bisher blockiert. Deshalb hat sich eine "Internationale Koalition zur Ächtung von Uranwaffen" gebildet. Sie bemüht sich – jetzt auch mit einer deutschen Sektion - um ein Verbot.

Online-Petition

Eine entsprechende Petition mit ausführlicher Begründung kann hier unterschrieben werden.

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Hier kann der Film ausgeliehen werden und ein Trailer angesehen werden.
05.04.2014