1945 – Hiroshima und Nagasaki wurden zerstört

68 Jahre nach Hiroshima gilt noch immer: Atomwaffen abschaffen
12.8.2013: Am 6. August 1945 vernichtete die erste Atombombe der Geschichte auf Befehl der US-Regierung die japanische Stadt Hiroshima mit ihren 350.000 Einwohnern. 400.000 Menschen starben bis heute auf schreckliche Weise an den Folgen der atomaren Verseuchung, die dem Bombenabwurf folgte. Der Friedenskreis Castrop-Rauxel nahm mit einem Flugblatt das Gedenken an die Opfer zum Anlaß, den Abzug der in Deutschland verbliebenen us-amerikanischen Atombomben und das Ende der deutschen Teilhabe zu fordern.

Bereits der Bundesausschuss Friedensratschlag hatte in seiner Presseerklärung zum Hiroshima-Nagasaki-Gedenken daran erinnert, dass sich sowohl die Ankündgung neuer Abrüstungsschritte durch US-Präsident Obama wie die Beschlüsse der Bundesregierung und des Bundestags für den Abzug der in Büchel stationierten Atomwaffen bisher als leere Versprechungen erwiesen haben.

Die Stillegung älterer für die atomare Überlegenheit nicht mehr benötigter Atomsprengköpfe dient tatsächlich eher dem Ziel größerer Effizienz. Obama hat öffentlich erklärt, dass die USA mehr Atomwaffen besitzen als zur Aufrechterhaltung der nationalen Sicherheit erforderlich seien. Nur unter diesem Aspekt ist der Ruf Barack Obamas nach neuen Schritten der nuklearen Abrüstung in seiner Rede vor dem Brandenburger Tor im Juni 2013 zu verstehen.
Dahinter verborgen bleibt eine Modernisierungswelle bei der atomaren Bewaffnung. Nach dem aktuellen Bericht des SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) sind alle fünf offiziellen Atommächte dabei oder beabsichtigen, neue Trägersysteme für Atomsprengköpfe auf dem Land, in der Luft oder auf U-Booten zu installieren:

  • Die USA haben beschlossen, mit einem "Life Extension Program" für 6 Mrd. Dollar die Lebensdauer ihrer Atomraketen zu verlängern.

  • Gleichzeitig soll die NATO-Raketenabwehr, deren Aufbau von den USA massiv vorangetrieben wird, die USA und Europa unverwundbar machen.

  • In England soll das atomare Trident-System modernisiert werden. Es handelt sich dabei um ballistische Interkontinentalraketen, die auf vier U-Booten stationiert sind, von denen immer eines einsatzbereit auf den Weltmeeren kreuzt.


Auch die in Deutschland in der Eifel gelagerten us-amerikanischen Atomsprenkgköpfe fallen unter das Modernisierungsprogramm. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP von 2009 wurde bereits festgeschrieben, daß sich die Bundesregierung für den Abzug dieser Atomwaffen einsetzen werde. Statt dem nachzukommen, akzeptiert die Bundesegierung widerspruchslos die Ankündigung der USA, die Waffen und ihre Trägersysteme zu modernisieren.

Genausowenig protestiert die Bundesregierung gegen die us-amerikanische Doktrin vom notfalls erforderlichen Ersteinsatz von Atomwaffen. Im Gegenteil: sie hat das Konzept der NATO von einer strategischen Allianz, die auch den Einsatz von Atomwaffen in Betracht zieht, mit beschlossen.

Wenn die seit Jahrzehnten geforderte Abschaffung aller Atomwaffen jemals erreicht werden soll, muß dieser globale Vormachtanspruch der USA und ihrer NATO-Verbündeten auf faktische Überlegenheit überwunden werden. Als erstes Ziel auf diesem Wege fordert die Friedensbewegung den Abzug aller us-amerikanischen Atomraketen aus Deutschland und die Beendigung der deutschen Teilhabe.
12.08.2013