Demo in der Altstadt gegen den Irak-Krieg
Menschenschlange war in der Fußgängerzone nicht zu überhören
Der Krieg im Irak läßt nur wenige Menschen unberührt. Von Anfang an war klar, daß es dabei nicht um "Freiheit" und "Demokratie", sondern um globale Macht und ökonomische Interessen geht. Aber was kann man tun? Soll man nur mit dem Kopf schütteln oder die Faust in der Tasche ballen? Gegen die Resignation hatte der Friedenskreis Castrop-Rauxel zur Demonstration am Samstagmorgen aufgerufen: Nicht aufhören. Widerstand fortsetzen. Wachsam bleiben.

     Auf der Auftaktkundgebung der 80 Teilnehmer auf dem Lambertusplatz gegen 11 Uhr faßte Sigfried Hellig die wichtigsten Punkte zusammen, um die es uns bei dieser Aktion ging: Schluß mit dem Krieg. Schluß mit der Vorbereitung weiterer Kriege. Schluß mit der verdeckten Unterstützung des Krieges durch die Bundesregierung.
Danach setzte sich der Protestzug als lange Menschenschlange in Bewegung. Unüberhörbar wurde der Protest durch die Fußgängerzone getragen. Dafür sorgten zwei Trommeln, ein Megaphon und einige Trillerpfeifen. Viele Teilnehmer kamen mit selbstgestalteten Schildern und Transparenten, denn einige wichtige Tatsachen sollen nicht so leicht in Vergessenheit geraten: "Krieg bringt Tod" sagt uns der als Skelett bekleidete Teilnehmer. Viele Schilder erinnerten daran, daß die Toten dieses Krieges nur für die wirtschaftlichen Interessen geopfert werden.

     Und auch die Tatsache, daß dieser Krieg völkerrechtswidrig begonnen wurde, kann gewiß nicht oft genug betont werden. Und mit der gezielten Bombardierung von zivilen Einrichtungen und mit dem Einsatz von Streubomben wird der Krieg auch völkerrechtswidrig geführt. Logischerweise war eine Forderung der Demonstranten: Bush nach Den Haag.
     Die Menschenschlange des Protests umrundete den Markt in der Altstadt, bewegte sich die Fußgängerzone hinauf und stattete auf dem Rückweg auch dem Einkaufszentrum einen Besuch ab. (Dort waren die Trommeln besonders gut zu hören. Speziellen Dank an beide Trommler!) Nach etwas mehr als einer Stunde wurde der Protestzug beendet. einige Teilnehmer blieben noch länger, um am Lambertus miteinander zu diskutieren und weitere Unterschriften unter die Protestresolution des Friedenskreises zu sammeln.

     War die Aktion ein Erfolg? Wir meinen ja. Denn Mitglieder verschiedener Parteien und Religionen, Junge und Alte, haben sich zum gemeinsamen Protest bereit gefunden. Aber waren es nicht viel zu wenig Teilnehmer? Natürlich. Wir hätten uns gefreut, wenn viele Mitglieder des Stadtrats mit uns gegangen wären. Das wäre von Castrop-Rauxel als "City for Peace" doch nicht zu viel verlangt, oder? Und wir hätten uns gefreut, wenn noch viel mehr Menschen den Mut gefunden hätten, ihren Abscheu gegen diesen Krieg öffentlich zu bekunden.
Doch so, wie es aussieht, wird das wohl (leider) nicht die letzte Aktion bleiben können. Vielleicht sehen wir uns beim nächsten Mal?
05.04.2003