Unternehmerporträt aus dem Kongo

29.10.2006: Die Firma Ridgepoint unter dem weißen Zimbabwer Billy Rautenbach sicherte sich durch den Beistandspakt zwischen der Regierung Simbabwes und Laurent Kabilas vom 4.9.1998 zunächst 37,5 Prozent der Anteile von Gécamines. Darüberhinaus wurden über 80 Prozent der aus Gécamines herausgelösten profitablen Central Mining Group an Ridgepoint übertragen, Ende 1998 wurde Rautenbach dann sogar zum Vorsitzenden von Gécamines ernannt.

Der Central Mining Group gehörten mehrere Minen um Mbuji-Mayi, die von der zimbabwischen Armee verteidigt wurden. Rautenbach konnte sich auf seine Beschützer verlassen, solange er die Profite teilte. Die unterschiedlichen Pläne der Akteure wurden allerdings zu einem Problem. Anfang 1999 übergab Gécamines unter Rautenbach die Vermarktungsrechte für Kobalt an das Londoner Handelskontor MRG Cobalt Sales. MRG entschied, die Kobaltvorräte zurückzuhalten, um die Preise auf dem Markt in die Höhe zu treiben. Gécamines, schon lange der Zahlungsunfähigkeit nahe, verlor ihre Devisenreserven und konnte ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Während die Gécamines-Arbeiter streikten, wurden in Südafrika und Belgien Schiffsladungen für unbezahlte Rechnungen und Kredite konfisziert. Im Sommer 1999 wurde der Vertrag mit MRG aufgelöst, einige Monate später verlor Rautenbach den Gécamines-Vorsitz, nachdem aufgefallen war, dass er bedeutende Mengen an Kupfer und Kobald auf eigene Rechnung verkauft hatte. Im März 2000 wurde das Joint Venture zwischen Ridgepoint und Gécamines schließlich aufgelöst. Die von der zimbabwischen Regierung erwarteten großen Profite im Kongo materialisierten sich offenbar nicht.

Billy Rautenbach selber ist allerdings weiter im Kongo vertreten. Bereits 2001 erhielt er von Gecamines Konzessionen an der Uran-Mine Shinkolobwe. Im Jahre 2006 machte Billy Rautenbach, der inzwischen in Südafrika wegen Wirtschaftsverbrechen gesucht wird, im Kongo wieder von sich reden, als er sich zusammen mit der Firma CAMEC (African Mining and Exploration Company) durch direkte Protektion von Joseph Kabila am zuständigen Bergbauministerium vorbei Zugriff auf dieses uranhaltige Vorkommen verschaffen wollte.

Außerdem ist seine Firma heute wieder zu 80% beteiligt an 2 joint ventures mit ehemaligen Gecamines-Betrieben: Boss Mining und Mukondo Mining.

29.10.2006